Eine Untergruppe von Melanompatienten hat ein sehr geringes Sterberisiko

  • Petra Kittner
  • Clinical Summary
Der Zugang zum gesamten Inhalt dieser Seite ist nur Angehörigen medizinischer Fachkreise vorbehalten. Der Zugang zum gesamten Inhalt dieser Seite ist nur Angehörigen medizinischer Fachkreise vorbehalten.

Obwohl das Melanom der schwerwiegendste Hautkrebs ist, haben die meisten Patienten eine hohe Überlebenschance. Neue Forschungsergebnisse haben nun eine Untergruppe von Patienten im Frühstadium der Erkrankung identifiziert, die ein sehr geringes Risiko haben, an der Krankheit zu sterben.

In einer Kohorte von 11.594 Patienten lag die 7-Jahres-Gesamtrate für den Tod durch Melanom bei 2,5%, aber das Risiko bei einer Untergruppe von 25% der Patienten lag unter 1%.

Umgekehrt konnten die Studienautoren auch eine kleine Untergruppe von Hochrisikopatienten mit einem Sterberisiko von mehr als 20% ermitteln.

Obwohl mehr Daten benötigt werden und die Ergebnisse in anderen Studien überprüft werden müssen, könnte die Verwendung eines anderen Begriffs wie "melanozytäres Neoplasma mit geringem malignem Potenzial" angemessener sein und dazu beitragen, das Problem der Überdiagnose anzugehen, so die Autoren.

"Wenngleich das Thema sehr risikoarme Melanome auf nationalen und internationalen Tagungen vorgestellt wurde, gab es bisher keine formellen Diskussionen zur Definition der Klassifizierung von 'melanozytären Neoplasmen mit geringem malignem Potenzial'", so die Erstautorin Megan M. Eguchi, MPH, von der medizinischen Abteilung der University of California, Los Angeles. "Die Kriterien müssten anhand von Studiendesigns festgelegt werden, die über die verfügbaren Designs mit SEER-Daten hinausgehen."

Sie betonte, dass derzeit keine Änderung der Behandlung dieser Läsionen vorschlagen werde, sondern lediglich eine Änderung der Terminologie. "Die Diagnose 'MNLMP' anstelle von 'Melanom' könnte die Bedenken der Menschen in Bezug auf die Prognose zerstreuen und das Problem der Überdiagnose angehen", so Eguchi.

Obwohl das Melanom als der häufigste potenziell tödliche Hauttumor gilt, ist die Prognose für Menschen mit T1-Tumoren, der niedrigsten Risikokategorie, oft sehr gut. Prognosemodelle wurden zur Überlebensvorhersage von Melanompatienten und zur Ermittlung prognostischer Variablen eingesetzt, so die Autoren. Die wichtigsten Attribute sind die Breslow-Dicke und die Ulzeration des Primärtumors, die die Grundlage für das aktuelle Staging-System des American Joint Committee on Cancer (AJCC) bilden.

Es gibt Hinweise darauf, dass die steigende Inzidenz des Melanoms zum Teil auf Überdiagnosen zurückzuführen ist, d. h. auf die Diagnose von Läsionen, die nicht zu Symptomen oder zum Tod führen werden. Die Autoren schreiben, dass sie daran interessiert waren, Läsionen zu identifizieren, die derzeit als Melanom diagnostiziert werden, aber vermutlich nicht metastasieren können, also Fälle, die möglicherweise Teil des Phänomens der Überdiagnose sind.

Die Forscher analysierten Informationen aus der US-amerikanischen Datenbank Surveillance, Epidemiology, and End Results (SEER) und identifizierten 11.594 Patienten, bei denen in den Jahren 2010 und 2011 ein Melanom im Stadium I mit einer Dicke von ≤1,0 mm diagnostiziert wurde, das nicht in Lymphknoten gestreut hatte. Es wurden Prognosemodelle für das Risiko eines Todes durch Melanom bei Patienten mit risikoarmen Melanomen entwickelt. Anschließend wurde die Fähigkeit der Modelle bewertet, Untergruppen von Patienten mit sehr niedrigem Risiko zu identifizieren, deren melanomspezifisches Überleben das von T1 insgesamt übertrifft.

Das mittlere Alter der Patienten betrug 58 Jahre, die mittlere Breslow-Dicke 0,45 mm (Interquartilsbereich 0,30-0,65), und 71% wurden dem Stadium IA zugeordnet. In 4% der Fälle lag eine Ulzeration vor, 27% waren mitogen und 45% gehörten zum Clark-Stadium II. Innerhalb dieser Kohorte starben 292 (2,5%) Patienten innerhalb von 7 Jahren an einem Melanom. Im Trainingsdatensatz starben 177 von 7.652 (2,3%) Patienten innerhalb von 7 Jahren an einem Melanom, und im Testdatensatz waren die Zahlen ähnlich (115 von 3.942 Patienten; 2,9%).

Insgesamt identifizierten die Forscher drei große Untergruppen von Patienten, deren Melanome dem Stadium I ("dünn") der siebten Auflage der AJCC-Klassifikation entsprachen und bei denen das Sterberisiko weniger als 1% betrug. Dies war eine deutliche Verbesserung gegenüber der Gesamtstichprobe. Im einfachsten Modell (Modell 1A) wurden Patienten, die bei der Diagnose jünger als 70 Jahre waren und eine Clark-Level-II-Invasion aufwiesen, als Patienten mit sehr niedrigem Risiko eingestuft.

In Modell 1B wurde dieselbe ursprüngliche Klassifizierung verwendet, jedoch weiter verfeinert und auf Patienten beschränkt, die entweder 43 Jahre oder jünger oder 44-69 Jahre alt waren und eine Breslow-Dicke von <0,40 mm aufwiesen. 10 Jahre nach der Diagnose wies auch diese Untergruppe ein Risiko von weniger als 1% für den Tod durch ein Melanom auf. Das logistische Regressionsmodell (Modell 2) war ähnlich, da es etwa 25% der Patienten mit einem vorhergesagten Sterberisiko von weniger als 0,5% identifizierte, wobei Alter, Geschlecht, Mitogenität, Clark-Grad und Ulzeration berücksichtigt wurden. Modell 2 konnte darüber hinaus eine kleine Untergruppe von Patienten ohne Todesfälle identifizieren.

Das logistische Regressionsmodell konnte auch eine sehr kleine Untergruppe (0,7% und 0,8%) von Patienten identifizieren, die ein Sterberisiko von über 20% aufwiesen, was im Vergleich zu den meisten Patienten mit T1b-Tumoren deutlich höher war.

Der Artikel wurde aus dem Original von Roxanne Nelson übernommen, das auf Medscape.com, Teil des Medscape Professional Network, erschien.