Eine persistierende geringradige Virämie geht mit schädlichen virologischen Konsequenzen einher


  • Daniela Ovadia — Agenzia Zoe
  • Medical News
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Kernbotschaften

  • Eine persistierende Viruslast mit 50 bis 199 Kopien/ml ist mit schädlichen Konsequenzen assoziiert.
  • In Zukunft wird eine einheitliche Definition von VF und LLV (low level viremia) benötigt, um Ergebnisse interpretieren und Studien vergleichen zu können.

Definitionen des virologischen Versagens (VF) und virologischer Schwellenwerte für einen Wechsel der  kombinierten ART variieren von Land zu Land und unterscheiden sich je nach den Fachorganisation, die Empfehlungen formulieren. Einer der Gründe für die Variabilität sind widersprüchliche Daten zu den klinischen und virologischen Folgen einer LLV (nachweisbare Viruslast

Die NHS ist eine prospektive, offene Multizenter-Kohorte, bestehend aus HIV-positiven Leistungsempfängern des Verteidigungsministeriums.

In diese retrospektive Analyse wurden 2006 Personen (medianes Alter 29,2 Jahre, 93 % Männer, 41 % Afroamerikaner) aufgenommen: Personen, die mit einer ART nach dem 1.1.1996 begonnen und wenigsten zweimal eine dokumentierte VL sechs Monate nach Beginn der ART hatten und weiterhin eine ART erhielten. Die Beobachtungsphase endete am 30. Oktober 2017. Virologisches Versagen (VF) war definiert als eine bestätigte VL ≥200 Kopien/ml oder als irgendeine VL >1000 Kopien/ml. Bei 383 Personen (19%) kam es zu einem VF. Die Teilnehmer wurden in sich ausschließende virologische Kategorien eingeteilt: intermittierende LLV (iLLV, Viruslast 150 - 199 Kopien/ml bei 

In den Cox-Regressions-Modellen (adjustiert für demografische Parameter, Viruslast, CD4-Zahl, ART-Regime, frühere Mono- oder Dualtherapie mit antiretroviralen Wirkstoffen und Zeit bis zum Beginn der ART) hatten Patienten mit hLV und pLLV ein größeres VF-Risiko; afroamerikanische Ethnizität, Therapie mit antiretroviralen Wirkstoffen vor einer ART und höhere Viruslast zu Beginn der ART waren mit einem VF assoziiert. Intermediäre LLV, höheres Alter bei Start der ART und Anwendung von einem nicht-nukleosidischen Reversetranskriptase-Inhibitor oder einem INSTI-basierten Regime (integrase strand transfer inhibitor) waren protektiv. Die Subgruppen-Analyse (n = 934), mit ART nach 2007 beginnend (die FDA erteilte Mitte 2006 die Zulassung für das Regime aus Tenofovir, Emtricitabin und Efavirenz), ergab ähnliche Assoziationen mit pLLV und VF. 

Die Stärken der Studie sind die große Population, das lange Beobachtungsintervall und das regelmäßige Erfassen mehrerer Datenpunkte. Zu betonen ist, dass die NHS-Teilnehmer die ART relativ früh im Krankheitsverlauf beginnen und uneingeschränkten Zugang zur medizinischen Versorgung sowie zu Medikamenten und wenige Faktoren für Drogenkonsum haben; die Analyse verwendete aktualisierte Variablen und berücksichtigte Therapie-Unterbrechungen. 

Limitierungen: Die Kohorte besteht überwiegend aus Männern; es sind keine Daten zur Therapie-Adhärenz seit dem Beginn gesammelt worden.

 

 

 

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