Eine Analyse gepoolter Daten zeigt, dass Tenofovir-Alafenamid für die Nieren sicher ist


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Kernbotschaften

  • Die gepoolten Daten von 26 klinischen Studien zu therapienaiven Patienten und zu Patienten mit Therapiewechsel zeigt, dass Tenofovir-Alafenamid (TAF) bei HIV-positiven Kindern und Erwachsenen renal sicherer ist als Tenofovir-Disoproxilfumarat (TDF).
  • Es gab in der  TAF-Gruppe keine Fälle einer proximalen renalen Tubulopathie (PRT) und im Vergleich zur TDF-Gruppe signifikant weniger Therapie-Unterbrechungen infolge renaler Nebenwirkungen.
  • Patienten mit TAF-Therapieregimen hatten bessere Verläufe bei den renalen Biomarkern als Patienten mit TDF.

TDF wirkt sehr gut und wird im Allgemeinen auch gut vertragen, kann jedoch renale Nebenwirkungen verursachen. Bei TAF-Therapie wurden hingegen positive Verläufe der Marker für Nierenfunktionsstörungen beobachtet, in einzelnen Studien wurden geringe Raten renaler Nebenwirkungen festgestellt. Um die renale Sicherheit einer Therapie mit TAF und TDF miteinander zu vergleichen, haben die Autoren eine große Analyse gepoolter Daten durchgeführt. 

Für die Analyse verwendet wurden 26 Phase-2- und multizentrische sowie multinationale klinische Phase-3-Studien zu TAF-Therapieregimen bei HIV-Positiven  (Erwachsene und mindestens sechs Jahre alte Kinder), die entweder therapienaiv waren oder unter ART mit TDF virologisch supprimiert waren. 

Primäre renale Sicherheits-Endpunkte waren die PRT-Inzidenz und die Abbruchrate wegen renaler Nebenwirkungen.

Sekundäre Endpunkte (basierend auf 7 großen randomisierten Studien, zwei zu therapienaiven Patienten und 5 so genannte Switch-Studien) waren: Inzidenz renaler Nebenwirkungen, Proteinurie während der Therapie, Änderungen des Serum-Kreatinin-Wertes (SCr), der Kreatinin-Clearance (CrCI), der Biomarker im Urin (Verhältnis von Albumin, Beta-2-Mikroglobulin und retinol-bindendem Protein zu Kreatinin;  UACR, β2M:Cr und RBP:Cr).

Die gepoolten Daten enthielten 12.519 Personen-Jahre unter TAF-Therapie und 5947 Personen-Jahre unter TDF. 6360 Teilnehmer (n=9322, medianes Alter 42 Jahre, 21% weiblich, 27% Afroamerikaner) begannen entweder mit einer TAF-Therapie oder wechselten zu einer solchen Behandlung. 2962 Teilnehmer begannen oder setzten eine TDF-Therapie fort. 

In der TAF-Gruppe gab es keine Fälle eines PRT oder Fanconi-Syndroms, in der TDF-Gruppe dagegen zehn Fälle (p

0,05 Prozent der Patienten mit TAF (3/6360) brachen die Therapie wegen renaler Nebenwirkungen ab, 0,47 Prozent (14/2962) waren es in der TDF-Gruppe (p

Teilnehmer, die mit TAF begannen, hatten während der 96-wöchigen Therapiedauer häufiger günstige Verläufe bei den renalen Biomarkern als TDF-Patienten. Es gab positive Veränderungen beim CrCI und bei der proximalen Tubulus-Funktion (β2M:Cr und RBP:Cr) sowie eine geringere Proteinurie-Inzidenz bei den Teilnehmern mit TAF.

Limitierungen: Die Zahl der PRT-Fälle wurde möglicherweise unterschätzt; die Teilnehmer sind vielleicht gesünder gewesen, als es HIV-positive Patienten im Allgemeinen sind; individuelle Patienten-Daten zur Dauer der vorherigen TDF-Therapie waren nicht verfügbar.