Eine 5% Fluorouracilsalbe erzielt bei der Behandlung der aktinischen Keratose die besten Resultate


  • Michael Simm
  • Studien – kurz & knapp
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Kernbotschaften

Bei Patienten mit einer aktinischen Keratose des Grades I – III und mehreren flächigen Läsionen war die Wahrscheinlichkeit eines Therapieversagens in einer niederländischen Vergleichsstudie mit 5% Fluorouracilsalbe am geringsten.

Hintergrund und Design

Die aktinische Keratose ist die häufigste prämaligne Hauterkrankung in der kaukasischen Bevölkerung. Sie findet sich bei 37,5 % aller über 50-jährigen. Zu den therapeutischen Optionen zählt neben der Vereisung mit Stickstoff (bei einzelnen Läsionen) die Behandlung mit Fluorouracil-haltigen oder Imiquimod-haltigen Cremes, mit einem Ingenolmebutat-haltigen Gel, sowie die photodynamische Therapie nach Vorbehandlung mit dem Lichtsensibilisator Methylaminolevulinat (MAL-PDT). Letztere 4 Therapien wurden in dieser randomisierten Studie bei 624 Patienten mit aktinischer Keratose Grad I - III an 4 niederländischen Kliniken miteinander verglichen. Die Patienten hatten jeweils 5 oder mehr Läsionen auf einer Fläche zwischen 25 und 100 cm2. Das primäre Studienziel war der Anteil der Patienten, bei denen sich die Zahl der Läsionen zwischen Behandlungsbeginn und 12 Monate nach Ende der Therapie um mindestens 75 % verringerte.

Hauptergebnisse

Die kumulative Wahrscheinlichkeit, kein Therapieversagen zu erleiden, betrug nach 12 Monaten:

  • Mit 5 % Fluorouracilsalbe 74,7 % (95%-Konfidenzintervall 66,8 – 81,0)
  • Mit 5 % Imiquimodsalbe 53,9 % (95%-KI 45,4 – 61,6)
  • Mit MAL-PDT 37,7 % (95%-KI 30,0 – 45,3)
  • Mit 0,015 % Ingenolmebutatgel 28,9 % (95%-KI 21,8 – 36,3)

Das Chancenverhältnis HR für ein Therapieversagen im Vergleich zu Fluorouracil betrug

  • Mit Imiquimodsalbe 2,03 (95%-KI 1,36 – 3,04)
  • Mit MAL-PDT 2,73 (95%-KI 1,87 – 3,99)
  • Mit Ingenolmebutatgel 3,33 (95%-KI 2,29 – 4,85)

Die Differenzen für alle Vergleiche waren mit P ≤ 0,001 jeweils hochsignifikant, die Nebenwirkungen wie erwartet.

Klinische Bedeutung

Laut den Autoren liefern die internationalen Richtlinien keine klare Empfehlung, welche Therapie bei multiplen Läsionen bevorzugt werden sollte. Hier wurden nun die gängigen Optionen mit einem 12-monatigen Follow-Up direkt miteinander verglichen und eine 5%-Fluorouracil-Salbe als „Sieger“ sowohl in der Per-Protokoll-Analyse als auch gemäß der „Intention-to-treat“-Auswertung ermittelt. Im Vergleich zu den anderen Optionen habe es damit nicht mehr Nebenwirkungen gegeben, außerdem sei Fluorouracil auch aus finanzieller Sicht die beste Option, mit der substanzielle Einsparungen zu erzielen wären.

Finanzierung: Niederländische Organisation für Gesundheitsforschung und Entwicklung (ZonMw).