Ein vorgeschlagener Algorithmus bietet Anleitung für das KV-Risikomanagement im Krankenhaus bei COVID-19 mit Diabetes

  • Ceriello A & al.
  • Diabetes Care
  • 14.05.2020

  • von Miriam Tucker
  • Clinical Essentials
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Erkenntnis

  • Schlechtere Ergebnisse bei COVID-19 mit Diabetes gehen wahrscheinlich auf kardiovaskuläre (KV) Komorbiditäten zurück.
  • Die durch COVID-19 bedingte kardiorenale Lungenschädigung beeinflusst das KV-Risikomanagement bei Personen mit Diabetes.

Studiendesign

  • Expertenmeinung der Diabetes and Cardiovascular Disease Study Group der European Association for the Study of Diabetes.
  • Finanzierung: Nicht offengelegt.

Vorgeschlagene Strategien

  • Abklärung auf > 1 Risikofaktor bei der Aufnahme:
    • Hypertonie, Diabetes, Adipositas, Rauchen.
  • Falls ja, Abklärung bezüglich:
    • Lungenerkrankung, koronare Herzerkrankung, Myokardinfarkt, Herzversagen, Arrhythmien, transitorische ischämische Attacke/Schlaganfall, periphere Arterienerkrankung, chronische Nierenerkrankung.
  • Biomarker-Überprüfung:
    • Hohes C-reaktives Protein, erhöhtes Kreatinin/geschätzte glomeruläre Filtrationsrate /Minute/1,73 m2, HbA1c > 7,5 % (58 mmol/mol), Hyperglykämie, Blutgasanomalie, erhöhte hs-Troponin-Werte, hohes natriuretisches Peptid, erhöhte D-Dimer- und Ferritin-Werte, erhöhte Kreatininkinase.
  • In der Intensivpflege:
    • Orale glukosesenkende Wirkstoffe und subkutanes Insulin absetzen.
    • Zur Blutzuckerkontrolle auf intravenöses Insulin (Perfusor) umsetellen.
    • Falls verfügbar, eine kontinuierliche Blutzuckerüberwachung (CGM) durchführen.
    • Keine Steroide geben.
    • Die Behandlung mit Inhibitoren des Renin-Angiotensin-Aldosteron-Systems (RAAS) und mit Statinen fortsetzen.
    • Eine angemessene Antikoagulation durchführen.
  • Auf der Allgemeinstation:
    • Kontraindikationen für Metformin, Sulfonylharnstoffe, Natrium-Glukose-Transporter-2-Inhibitoren, Pioglitazon, Alpha-Glucosidase-Inhibitoren in Betracht ziehen.
    • Zur Glukosekontrolle vorzugsweise Dipeptidylpeptidase-4-Inhibitoren, Glucagon-ähnliches-Peptid-1-Rezeptor-Agonisten, subkutanes Insulin in Erwägung ziehen.
    • Falls verfügbar, eine CGM durchführen.
    • Glykämische Wirkungen von experimentellen Anti-COVID-19-Wirkstoffen (z. B. Hydroxychloroquin) berücksichtigen.
    • Keine Steroide geben.
    • Die Behandlung mit RAAS-Inhibitoren/Statinen und einer angemessenen Antikoagulation fortsetzen.