Ein Viertel der Ärzte bleibt unter 25 Sprechstunden

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Berlin (pag) – Eine vom GKV-Spitzenverband (GKV-SV) in Auftrag gegebene Umfrage sorgt für Wirbel. Sie befasst sich mit den Sprechzeiten der niedergelassenen Mediziner. Demnach bleibt ein Viertel der Befragten unter 25 Sprechstunden pro Woche.

 

Die Umfrage führte das Marktforschungsinstitut Forsa durch. Befragt wurden demzufolge 1.400 Niedergelassene. Im Schnitt bieten die Ärzte demnach 29 Stunden Sprechzeiten pro Woche an. Aber 25 Prozent würden unter 25 Stunden bleiben, acht Prozent sogar unter 20. „So bieten beispielsweise 30 Prozent der Augenärzte in Einzelpraxen weniger als 25 Sprechstunden pro Woche an. In der Fachgruppe der Gynäkologen bleibt gut jeder Fünfte, 21 Prozent, unter dieser Marke“, teilt der GKV-SV mit.

Da Ärzte durchschnittlich mehr als 25 Sprechstunden anbieten, sei die Forderung nach mehr Geld nicht nachvollziehbar, findet der stellvertretende Vorstandsvorsitzende des GKV-SV Johann-Magnus von Stackelberg. Weiter sagt er: „Die Mindestsprechstundenzahl gesetzlich auf 25 Wochenstunden zu erhöhen, ist deshalb absolut richtig und notwendig.“

Die KBV schenkt der Umfrage wenig Glauben. „Schade, dass nun auch der GKV-SV Fake News produziert“, twittert Pressesprecher Roland Stahl. Die Umfrage sei „nicht repräsentativ“, findet KBV-Chef Dr. Andreas Gassen und verweist auf einen Bericht des Zentralinstituts (Zi) für die kassenärztliche Versorgung vom Sommer. Demnach arbeiteten Praxisinhaber im Durchschnitt 51,5 Wochenstunden. 35,8 davon widmeten sie Kassenpatienten. Auch Dr. Hans-Friedrich Spies, Präsident des Berufsverbands Deutscher Internisten, kritisiert die Umfrage: Man hätte nicht die Sprechstunden als Bemessungsgrundlage heranziehen sollen, sondern die Betriebszeiten der Praxen und die wöchentlichen Arbeitszeiten der Mediziner.

 

Von Stackelberg legt nach und regt an, dass Ärzte auch am frühen Abend oder an den Wochenenden Sprechzeiten anbieten könnten. Der Bayerische Hausärzteverband reagiert mit großem Unverständnis. Mangelnde Leistungsbereitschaft zu unterstellen, sei „ein Schlag ins Gesicht für alle Hausärztinnen und Hausärzte“, wettert der Vorsitzende Dr. Markus Beier.