Ein Schritt näher zur biotechnologischen Blutreserve

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Der Bedarf an Blutkonserven ist bekanntlich hoch und es kommt immer wieder zu Engpässen. Ein Team von deutschen und österreichischen Wissenschaftlern könnte jetzt mittels der iPS-Technologie ein wichtiger Schritt zur biotechnologischen Herstellung von Blutreserven gelungen sein. Eine entsprechende Studie wurde in ""Haematologica" vorgestellt.

Im gesunden Körper sichern hämatopoetische Stammzellen im Knochenmark die laufende Nachproduktion der Erythrozyten. "Seit einiger Zeit ist es bereits möglich, aus diesen Stammzellen rote Blutkörperchen in vitro zu generieren", so Ko-Autor Paul Schlenke von der Medizinischen Universität Graz. Allerdings seien die hämatopoetischen Stammzellen kaum über längere Zeit kultivierbar. Gemeinsam mit Kooperationspartnern vom Max-Planck-Institut für Molekulare Biomedizin in Münster und weiteren Partnern in Lübeck und Düsseldorf haben die Grazer Forscher einen neuen Weg zur künftigen Herstellung roter Blutkörperchen in klinisch relevanten Mengen erprobt.

Ausgangspunkt waren aus Nabelschnurblut gewonnene hämatopoetische Stammzellen. Diese wurden gentechnisch durch induzierte pluripotente Stammzellen (iPS-Zellen) reprogrammiert und somit in ein quasi embryonales Stadium zurückversetzt.

Aus diesen Zellen konnten die Forscher über 45 Tage hinweg die Differenzierung von Erythrozyten beobachten. "Diese in-vitro erzeugten Zellen sind von nativen, aus dem Blut isolierten roten Blutkörperchen morphologisch kaum zu unterscheiden und weisen wesentliche Charakteristika von Erythrozyten auf", so Schlenke. Bis die biotechnologische Produktion von roten Blutkörperchen aus Nabelschnurblut-iPS-Zellen tatsächlich im größeren Maßstab vorgenommen werden kann, liege allerdings noch "ein weiter Weg" vor der Forschung, wissen die Autoren.