Ein neuer Bericht beschreibt Maßnahmen, um Hürden für Antibiotika in Ländern mit geringem und mittlerem Einkommen zu beseitigen


  • Priscilla Lynch
  • Medical News
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Ein neuer Bericht des Center for Disease Dynamics, Economics & Policy (CDDEP) macht mehrerere Empfehlungen, um die Mortalitätslast zu reduzieren, die in Ländern mit geringem und mittlerem Einkommen auf einen mangelnden Zugang zu Antibiotika zurückzuführen ist.

Die CDDEP-Forscher führten in Uganda, Indien und Deutschland Interviews mit beteiligten bzw. betroffenen Personen und werteten die wissenschaftliche Literatur aus, um die Haupthürden für Antibiotika in Ländern mit geringem, mittlerem und hohem Einkommen zu identifizieren.

Unzureichende Schulungen zum Umgang mit Antibiotika und zu wenig medizinisches Fachpersonal, mangelhafte Arzneimittel-Lieferketten, schlechte Qualität und Arzneimittelfälschungen sowie zusätzliche medizinische Kosten gehören dem Bericht zufolge zu den Haupthürden für den Zugang zu Antibiotika.

„Unsere Forschung zeigt, dass in den meisten Ländern von Subsahara-Afrika von 21 neuen Antibiotika, die zwischen 1999 und 2014 auf die Märkte kamen, weniger als fünf registriert wurden“, sagte Dr. Ramanan Laxminarayan, CDDEP-Direktor und Koautor des Berichtes.

Der Bericht gibt mehrere Empfehlungen; vorgeschlagen wird, Forschung und Entwicklung bei Antibiotika und Diagnostika zu aktivieren, Regulierungsbehörden zu stärken, Entwicklung und Diversifikation der Qualität lokaler Produzenten zu ermutigen, innovative Wege zu suchen, um die Zusatzkosten zu reduzieren, die öffentliche Aufmerksamkeit zu erhöhen und klinische Behandlungs-Leitlinien zu verbessern.

Die Mehrheit der weltweit 5,7 Millionen Todesfälle pro Jahr, die durch Antibiotika hätten verhindert werden können, ereignen sich in Ländern mit geringem und niedrigem Einkommen, wo die Mortalitätslast durch behandelbare bakterielle Infekte die geschätzten 700 000 Todesfälle durch antibiotika-resistente Infektionen deutlich überschreitet, so der Bericht.