Ein Kranichbeeren-Extrakt steigert die Antibiotika-Empfindlichkeit von pathogenen Bakterien


  • Priscilla Lynch
  • Medical News
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Wissenschaftler haben gezeigt, dass Kranichbeeren-Proanthocyanidin (cPAC) bei pathogenen Bakterien die Resistenzentwicklung gegen Tetrazykline verhindert, die Antibiotika-Wirkung gegen Antibiotika-exponierte Zellen erhält und die Biofilm-Bildung unterdrückt.

Untersucht wurden Bakterien, die Harnwegsinfekte, Pneumonien und Gastroenteritiden verursachen (Proteus mirabilis, Pseudomonas aeruginosa und Escherichia coli).

Die Ergebnisse zeigen, dass cPAC in vitro und in vivo (Insekten) die Wirkung eines breiten Spektrums von Antibiotika-Klassen gegen pathogene E. coli, Proteus mirabilis und P. aeruginos verstärkt.

Die Forscher fanden heraus, dass cPAC wirkt, indem es zwei Mechanismen unterdrückt, die der Antibiotika-Resistenz zugrundeliegen: die selektive Membranpermeabilität und die Multidrug-Efflux-Pumpen.

Ein Versagen von cPAC als Verstärker der Antibiotika-Wirkung bei Erregern mit mutations-bedingt defekter Efflux-Pumpe belegt, dass die Efflux-Störung für die Verstärkung notwendig ist. 

Sollten diese Ergebnisse durch weitere Tier-Versuche bestätigt werden, könnte cPAC dazu verwendet werden, die Wirkung von Antibiotika zu verstärken, um so die Behandlungs-Ergebnisse zu verbessern und die wachsende Bedrohung durch Antibiotika-Resistenzen zu mildern, so die Studien-Autoren.

„Das sind wirklich aufregende Ergebnisse“, sagte Studien-Koautor Prof. Éric Déziel.  „Es gibt unterschiedliche Proanthocyanidine, deren Zusammenspiel möglicherweise zu diesem Ergebnis geführt hat. Wir benötigen nun weitere Forschung, um festzustellen, welche gemeinsam mit Antibiotika am effektivsten sind.“

Die Studie ist in der Zeitschrift Advanced Science  publiziert.