EHA 2019 – Verlässlicher klinischer Nutzen mit Zugabe von Daratumumab für Patienten mit neu diagnostiziertem multiplen Myelom, die sich für eine Transplantation eignen


  • Elena Riboldi - Agenzia Zoe
  • Univadis
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Erkenntnis

  • Bei Patienten mit neu diagnostiziertem multiplen Myelom (NDMM), die sich für eine autologe Stammzelltransplantation (ASZT) eignen, verbesserten sich durch Daratumumab zusätzlich zum Versorgungsstandard (Daratumumab, Bortezomib/Thalidomid/Dexamethason, D-VTd) im Vergleich zum Versorgungsstandard (Bortezomib/Thalidomid/Dexamethason, VTd) allein die Tiefe des Ansprechens und das progressionsfreie Überleben (PFS).
  • Die vor und nach der ASZT verabreichte Kombinationstherapie war gut verträglich.

 

Warum das wichtig ist

  • D-VTd ist bei NDMM-Patienten, die für eine Transplantation nicht infrage kommen, wirksam.
  • Hier handelt es sich um die erste Studie, die den klinischen Nutzen von D-VTd bei NDMM-Patienten aufzeigt, die für eine Transplantation geeignet sind.

 

Studiendesign

  • In die zweiteilige Phase-III-Studie CASSIOPEIA wurden 1.085 für eine Transplantation geeignete NDMM-Patienten aufgenommen.
  • Die Patienten wurden randomisiert (1:1) und erhielten 4 Zyklen einer Induktionstherapie vor der Transplantation sowie 2 Zyklen zur Konsolidierung nach der Transplantation, wobei es sich entweder nur um VTd oder um eine Kombinationstherapie mit Daratumumab (D-VTd) handelte.
  • Der primäre Endpunkt war die Rate stringenter Komplettremissionen (sCR) nach Konsolidierung laut Beurteilung an Tag 100 nach der ASZT.
  • Teil 2 der Studie (Erhaltungstherapie) läuft derzeit noch.

 

Wesentliche Ergebnisse

  • Die sCR-Rate war im D-VTd-Arm wesentlich höher (29 % vs. 20 %; OR: 1,60 [95%-KI: 1,21–2,12]; p = 0,0010).
  • Bei 39 % der Patienten im D-VTd-Arm und 26 % im VTd-Arm kam es mindestens zu einem Komplettansprechen, 64 % der Patienten im D-VTd-Arm und 44 % im VTd-Arm erreichten eine negative minimale Resterkrankung (10−5 laut multiparametrischer Durchflusszytometrie; p 
  • Der Medianwert des PFS wurde in beiden Armen noch nicht erreicht, die PFS-Rate nach 18 Monaten betrug 93 % im D-VTd-Arm und 85 % im VTd-Arm (HR: 0,47 [95%-KI: 0,33–0,67]; p 
  • 46 Todesfälle wurden während der Studie beobachtet (14 im D-VTd-Arm und 32 im VTd-Arm; HR: 0,43 [95%-KI: 0,23–0,80]), doch die Daten zum Gesamtüberleben sind noch nicht aussagekräftig.
  • Die häufigsten unerwünschten Ereignisse von Grad 3 oder 4 waren Neutropenie (28 % im D-VTd-Arm, 15 % im VTd-Arm), Lymphopenie (17 % bzw. 10 %), Thrombozytopenie (11 % bzw. 7 %) und Stomatitis (13 % bzw. 16 %).