EHA 2019 – Nelarabin unter realen Bedingungen eine wirksame Option für rezidivierende/refraktäre Fälle einer T-akuten lymphatischen Leukämie bzw. eines lymphoblastischen T-Zell-Lymphoms


  • Cristina Ferrario — Agenzia Zoe
  • Univadis
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Erkenntnis

  • Bei rezidivierenden/refraktären Fällen einer T-akuten lymphatischen Leukämie oder eines lymphoblastischen T-Zell-Lymphoms (R/R T-ALL/T-LBL) ist eine Salvage-Therapie mit Nelarabin eine wirksame Option im Hinblick auf die Gesamtansprechrate.
  • Nelarabin eignet sich zudem als Bridging-Therapie für Patienten bis zu einer allogenen hämatopoetischen Stammzelltransplantation (Allo-SZT).
  • Das Sicherheitsprofil ist annehmbar.

Warum das wichtig ist

  • Die Ergebnisse für erwachsene Patienten mit R/R T-ALL/T-LBL sind schlecht (5-Jahres-Überleben
  • Es gibt keinen Versorgungsstandard in dieser Situation, und aus klinischen Studien sind nur beschränkt Daten verfügbar.
  • Es werden Daten benötigt, die den Einsatz von Nelarabin stützen, das speziell als Orphan-Arzneimittel für diese Patienten zugelassen ist.

Studiendesign

  • 118 erwachsene Patienten mit R/R T-ALL/T-LBL, die an 27 Hämatologie-Zentren mindestens einem vollständigen Behandlungszyklus mit Nelarabin als Salvage-Therapie unterzogen wurden (1.500 mg/m2; Tage 1, 3 und 5), wurden in diese Beobachtungsstudie der Phase IV aufgenommen.
  • Die Gesamtansprechrate (ORR) sowie das Gesamtüberleben (OS) waren primäre Endpunkte.
  • Zusätzliche Endpunkte umfassten die Allo-SZT-Rate nach der Behandlung mit Nelarabin, das OS nach der Transplantation sowie die Sicherheit.

Wesentliche Ergebnisse

  • Die ORR in der Gesamtpopulation betrug 50 %, wobei 36 % der Patienten eine komplette Remission (CR) und 14 % eine partielle Remission (PR) erreichten.
  • Das OS für die gesamte Population betrug 38 % nach 1 Jahr (medianes Überleben: 8 Monate).
  • Rezidivierende Patienten standen im Hinblick auf das OS im Vergleich zu refraktären Patienten vorteilhaft da.
  • 40 % der Patienten (68 % mit komplettem oder partiellem Ansprechen) unterzogen sich nach der Behandlung mit Nelarabin einer Allo-SZT, und in dieser Population wurde im Vergleich zu Patienten ohne Transplantation ein besseres 1-Jahres-OS beobachtet (54 % statt 22 %; Log-Rank p = 0,0001; medianes Überleben: 14,5 statt 4,8 Monate). 
  • 2 und 5 Jahre nach der Transplantation lag das OS bei 46 % bzw. 38 %.
  • Das Ansprechen und die Allo-SZT nach der Behandlung waren die einzigen Faktoren, die das OS nach der Behandlung mit Nelarabin beeinflussten.
  • Ein 5-Jahres-OS von 40 % und ein medianes Überleben von 22,5 Monaten wurden bei Respondern beobachtet, die sich auch einer Allo-SZT unterzogen hatten.
  • Nelarabin wies ein annehmbares Sicherheitsprofil auf: Neurologische Ereignisse mit Schweregrad III/IV wurden bei 9 % der Patienten verzeichnet.

Expertenkommentar

„Während wir auf neue Behandlungen für R/R T-ALL/T-LBL warten, kann Nelarabin als wirksame Option und gute Überbrückung bis zu einer Transplantation betrachtet werden. Momentan liegen keine klaren und vollständigen Daten zum Mutationsstatus in unserer Population vor, aber das ist ein sehr wichtiger Bereich, und wir glauben, dass wir diese Daten in Zukunft erfassen können.“ Anna Candoni, Abteilung für Hämatologie und SZT, Universität Udine, Italien.