EHA 2019 – Isatuximab verbessert progressionsfreies Überleben von Patienten mit rezidivierendem/refraktärem multiplen Myelom


  • Elena Riboldi — Agenzia Zoe
  • Univadis
Der Zugang zum gesamten Inhalt dieser Seite ist nur Angehörigen medizinischer Fachkreise vorbehalten. Der Zugang zum gesamten Inhalt dieser Seite ist nur Angehörigen medizinischer Fachkreise vorbehalten.

Erkenntnis

  • Die Beigabe von Isatuximab, einem Antikörper gegen CD38, zu Pomalidomid und niedrig dosiertem Dexamethason verbesserte das progressionsfreie Überleben (PFS) von Patienten mit einem rezidivierenden/refraktären multiplen Myelom (RRMM) signifikant.

 

Warum das wichtig ist

  • Therapien zur Verbesserung der Überlebenschancen von Patienten mit RRMM stellen einen ungedeckten medizinischen Bedarf dar.
  • Isatuximab/Pomalidomid/niedrig dosiertes Dexamethason (IsaPd) ist eine neue Behandlungsoption im Kampf gegen RRMM.

 

Studiendesign

  • In die Studie ICARIA-MM der Phase III wurden 307 Patienten mit RRMM aufgenommen, die ≥ 2 vorherige Therapielinien erhalten hatten (einschließlich Lenalidomid und eines Proteasom-Inhibitors) und gegenüber der letzten Therapie refraktär waren.
  • Die Patienten wurden randomisiert (1 : 1) und erhielten entweder IsaPd oder Pomalidomid/niedrig dosiertes Dexamethason (Pd) bis zur Progression der Erkrankung oder dem Eintreten einer unannehmbaren Toxizität.
  • Der primäre Endpunkt war das PFS, die sekundären Endpunkte waren die Gesamtansprechrate (ORR) und das Gesamtüberleben (OS).

 

Wesentliche Ergebnisse

  • Weniger Therapieabbrüche wurden im IsaPd-Arm verzeichnet als im Pd-Arm (87/154 gegenüber 114/153).
  • Nach einer medianen Nachbeobachtung von 11,6 Monaten belief sich das mediane PFS im IsaPd-Arm auf 11,5 Monate und im Pd-Arm auf 6,5 Monate (HR: 0,596; p = 0,001).
  • Der Vorteil hinsichtlich PFS mit IsaPd war bei allen wichtigen Untergruppen einheitlich.
  • Die Beigabe von Isatuximab zu Pd führte zu einer signifikanten Verbesserung der ORR (60,4 % gegenüber 35,3 %; p 
  • Während der Medianwert in beiden Armen nicht erreicht wurde, konnte eine tendenzielle Verbesserung des OS im IsaPd-Arm beobachtet werden (HR: 0,687), doch die OS-Daten sind noch nicht ausgereift.
  • Trotz mehr behandlungsbedingten unerwünschten Ereignissen mit Schweregrad ≥ 3 (86,8 % gegenüber 70,5 %) führte die Beigabe von Isatuximab zu Pd weder zu einem Anstieg der Sterblichkeit (7,9 % gegenüber 9,4 %) noch zu mehr Ereignissen, die einen Abbruch zur Folge hatten (7,2 % gegenüber 12,8 %).
  • Anämie und Thrombozytopenie waren ähnlich in beiden Armen, während Neutropenie mit Schweregrad 4 im IsaPd-Arm häufiger vorkam.

 

Finanzierung

  • Sanofi.

 

Expertenkommentar

„Mit IsaPd konnte das bisher längste progressionsfreie Überleben in dieser Patientenpopulation beobachtet werden. Bedeutsam ist dabei, dass das Sicherheitsprofil mit geeigneten unterstützenden Therapiemaßnahmen in der Regel kontrollierbar war und zur Aufrechterhaltung der Lebensqualität der Patienten beitrug.“ Paul G. Richardson, Dana-Farber Cancer Institute, Harvard Medical School, Boston (MA, USA), leitender Prüfarzt der Studie ICARIA-MM.