EHA 2019 – hohe Rate negativer minimaler Resterkrankung bei Mantelzelllymphom mit Induktionstherapie aus Obinutuzumab plus DHAP


  • Cristina Ferrario — Agenzia Zoe
  • Univadis
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Erkenntnis

  • Eine Induktionstherapie mit Obinutuzumab sowie hoch dosiertem Aracytin (HA) und einer platinhaltigen (P) Chemotherapie (O-DHAP) ist hochwirksam und führt bei 75 % der nicht vorbehandelten Patienten mit einem Mantelzell-Lymphom (MCL) zu negativer minimaler Resterkrankung (MRD) im Knochenmark (KM).
  • Das Behandlungsschema ist sicher, und es wurden keine Fälle mit schwerer Toxizität gemeldet.

Warum das wichtig ist

  • Eine anhaltende MRD-Negativität nach einer Induktionstherapie und autologen Stammzelltransplantation (ASZT) ist ein unabhängiger Prognosemarker bei MCL, der in der klinischen Praxis nützlich ist.
  • Der Behandlungsstandard für nicht vorbehandelte jüngere Patienten mit MCL basiert auf Rituximab plus DHAP mit anschließender Konsolidierung durch ASZT sowie einer dreijährigen Erhaltungstherapie mit Rituximab.
  • In-vitro-Daten deuten darauf hin, dass Obinutuzumab möglicherweise wirksamer gegen MCL ist als Rituximab, aber es stehen keine Daten von unbehandelten MCL-Patienten zur Verfügung.

Studiendesign

  • In diese offene, prospektive Phase-II-Studie wurden 86 Patienten aufgenommen.
  • Die Induktion bestand aus 4 Zyklen O-DHAP vor einer Konsolidierung mit ASZT und einer anschließenden Erhaltungstherapie mit Obinutuzumab während 3 Jahren, wonach MRD-positive Patienten Obinutuzumab nach Bedarf erhielten.
  • Die primäre Zielsetzung war die Wirksamkeit von O-DHAP als Erstmaßnahme, die nach der Induktion auf Molekularebene beurteilt wurde (MRD im KM mittels quantitativer Polymerase-Kettenreaktion an Immunglobulinen [IgE-qPCR]). Eine Quantifizierung mit einer Sensitivität von mindestens 10–4 wurde mittels Droplet Digital PCR (ddPCR) erreicht.
  • Sekundäre Zielsetzungen umfassten zudem das progressionsfreie Überleben (PFS) und das Gesamtüberleben (OS).

Wesentliche Ergebnisse

  • Zum Zeitpunkt der Analyse betrug der Medianwert der Nachbeobachtung 14 Monate.
  • Bei 73 Patienten ergaben sich aufschlussreiche Informationen über die MRD, und 62 von ihnen erreichten MRD-Negativität in der dd-PCR-Analyse (85 %).
  • 75 % der 71 getesteten Patienten erreichten MRD-Negativität laut qPCR.
  • Die Daten zum PFS und OS sind ermutigend, aber noch nicht aussagekräftig.

Einschränkungen

  • Kurzer Nachbeobachtungszeitraum.
  • Finanzierung: Roche Frankreich.