EHA 2019 – Gilteritinib, ein neues Behandlungsmuster für rezidivierende/refraktäre akute myeloische Leukämie


  • Elena Riboldi — Agenzia Zoe
  • Univadis
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Erkenntnis

  • Durch eine orale Monotherapie mit Gilteritinib verbesserten sich Ansprechen und Überlebenschancen von Patienten mit rezidivierender/refraktärer (R/R) akuter myeloischer Leukämie (AML) mit FLT3-Mutation im Vergleich zu einer parenteralen Salvage-Chemotherapie (SC).

 

Warum das wichtig ist

  • Patienten mit R/R AML sprechen schlecht auf SC an.
  • FLT3-Mutationen bedeuten ein zusätzliches Risiko für frühe Rezidive und schlechte Überlebenschancen.
  • Aufgrund der Ansprechraten aus der ADMIRAL-Studie in Phase III wurde Gilteritinib als erster FLT3-Inhibitor als Monotherapie für diese Population zugelassen.

 

Studiendesign

  • In die ADMIRAL-Studie in Phase III wurden 371 erwachsene Patienten mit AML und bestätigter FLT3-Mutation aufgenommen, die gegenüber einer Induktionschemotherapie refraktär waren oder deren erstes Rezidiv noch nicht behandelt worden war.
  • Die Patienten wurden randomisiert (2 : 1) und erhielten entweder Gilteritinib oder eine vor der Randomisierung ausgewählte SC-Standardbehandlung.
  • Die gemeinsamen primären Endpunkte in der Intention-to-Treat-Analyse waren das Gesamtüberleben (OS) und die kombinierte Rate an kompletten Remissionen sowie kompletten Remissionen mit partieller hämatologischer Normalisierung (CR/CRh).

 

Wesentliche Ergebnisse

  • Das OS war wesentlich länger im Gilteritinib-Arm als im SC-Arm (9,3 statt 5,6 Monate; HR: 0,637; p = 0,0007).
  • Die Überlebensrate nach 12 Monaten betrug 37,1 % (95 %-KI: 31–44 %) im Gilteritinib-Arm und 16,7 % (95 %-KI: 10–25 %) im SC-Arm.
  • Die CR-/CRh-Rate lag bei 34,0 % mit Gilteritinib und bei 15,3 % mit SC.
  • Patienten im Gilteritinib-Arm, die nach einer hämatopoetischen Stammzelltransplantation (HSZT) die Einnahme von Gilteritinib wieder aufnahmen (n = 35), wiesen ein besseres OS auf als Patienten (n = 16), die das Medikament nicht wieder aufnahmen (16,2 Monate gegenüber 8,4 Monaten; HR: 0,387 [95 %-KI: 0,164–0,915; p = 0,024).
  • Häufige UE mit einem Schweregrad von ≥ 3 aufgrund von Gilteritinib waren Anämie (19,5 %), febrile Neutropenie (15,4 %), Thrombozytopenie (12,2 %) und eine verringerte Thrombozytenzahl (12,2 %).

 

Einschränkungen

  • Die Wirkung einer Erhaltungstherapie nach der HSZT wurde an einer kleinen Anzahl an Patienten untersucht.

 

Finanzierung

  • Astellas Pharma Inc.

 

Expertenkommentar

  • „Gilteritinib wurde auf Grundlage der Ergebnisse dieser Studie zugelassen, und deshalb haben wir jetzt einen neuen Versorgungsstandard für diese Population. Diese Daten sprechen für eine Untersuchung auf FLT3-Mutationen beim Auftreten eines Rezidivs und für den Einsatz einer gezielten Therapie anstelle der herkömmlichen Chemotherapie in dieser Gruppe.  Im Vergleich zur Salvage-Chemotherapie wurde Gilteritinib im Allgemeinen mit geringerer Toxizität in den ersten 30 Behandlungstagen assoziiert, was die ambulante Verabreichung des Medikaments erleichterte.“ Dr. med. Alexander E. Perl, Abramson Cancer Center, University of Pennsylvania, Prüfarzt in der ADMIRAL-Studie.