EHA 2019 – Ergebnisse nach Konditionierung mit unterschiedlicher Intensität bei akuter myeloischer Leukämie: Die Bedeutung genomischer Varianten


  • Agenzia Zoe
  • Univadis
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Erkenntnis

  • Bei Patienten mit akuter myeloischer Leukämie (AML) in Komplettremission (CR) vor einer allogenen hämatopoetischen Stammzelltransplantation (allo-HZT) war die Erkennung AML-assoziierter genomischer Varianten mit einer erhöhten Rezidivrate und kürzerem Gesamtüberleben (OS) verknüpft, wenn nach der Randomisierung eine Konditionierung mit reduzierter Intensität (RIC) statt einer myeloablativen Konditionierung (MAC) erfolgte.
  • Interventionen für AML-Patienten mit einer messbaren Resterkrankung (MRD) können zu verbesserten Überlebenschancen führen.

Warum das wichtig ist

  • AML-Patienten sind nach einer allo-HZT einem Rezidivrisiko ausgesetzt, und der MRD-Status vor der Transplantation hat sich als prognostisch erwiesen.
  • In der randomisierten Phase-III-Studie BTN CTN 0901 wurden die Ergebnisse nach Intensität der Konditionierung verglichen, wobei ein Überlebensvorteil bei Patienten nachgewiesen wurde, die eine MAC erhalten hatten; demgegenüber erlitt mehr als die Hälfte der Patienten, die eine RIC erhalten hatten, innerhalb von 18 Monaten nach der Transplantation ein Rezidiv.
  • Es ist derzeit nicht bekannt, ob eine Anpassung der Intensität der Konditionierung bei Patienten mit positiver MRD ein Rezidiv verhindern und die Überlebenschancen verbessern kann.

Studiendesign

  • Vor der Transplantation entnommene Blutproben von 188 erwachsenen AML-Patienten aus der Studie BTN CTN 0901 wurden mittels Ultra-Deep-DNA-Sequenzierung der nächsten Generation (udNGS) untersucht.
  • MAC- und RIC-Behandlungsschemen waren gleichmäßig vertreten und die Patienten in Bezug auf Baseline-Merkmale gut aufeinander abgestimmt.
  • Ziel der Studie war es, festzustellen, ob durch eine Konditionierung mit höherer Intensität bei Patienten mit genomisch nachweisbarer Resterkrankung vor der allo-HZT die Ergebnisse nach der Transplantation verbessert werden können.

Wesentliche Ergebnisse

  • 31 % der MAC- und 33 % der RIC-Patienten wiesen keine mit AML zusammenhängenden genomischen Varianten in den vor der Transplantation entnommenen Blutproben auf und hatten ein ähnliches OS von 3 Jahren.
  • Waren genomische Varianten feststellbar, lagen signifikante Unterschiede im Überleben zwischen MAC- und dem RIC-Arm vor (3-Jahres-OS: 61 % bzw. 44 %; p = 0,02).
  • In einer um Krankheitsrisiko und Spendergruppe bereinigten multivariaten Analyse von Patienten mit feststellbaren Varianten war eine RIC im Vergleich zur MAC mit mehr Rezidiven (HR: 5,98; p