Effektivster Schutz vor osteoporotischen Frakturen ist eine Erhöhung der Knochendichte


  • Dr. med. Thomas Kron
  • Studien – kurz & knapp
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Kernbotschaft

Maßnahmen, mit denen die Knochendichte erhöht wird, sind der Studie zufolge der effektivste Schutz vor osteoporotischen Frakturen. Im Gegensatz zur Knochendichte spielen andere von Genen abhängige klinische Risikofaktoren wie etwa der Vitamin-Spiegel keine oder nur eine geringe Rolle. 

Hintergrund

Osteoporotische Frakturen haben eine enorme medizinische und auch ökonomische Bedeutung. Modifizierbare Risikofaktoren für solche Frakturen sind etwa die Knochendichte, die Kalzium-Aufnahme und das Körpergewicht. Die genetischen Determinanten des Risikos seind nach Aussage der Autoren der vorliegenden Studie noch nicht gut dargestellt worden. Außerdem sei nicht bekannt, welche klinischen Risikofaktoren kausal an osteoporotischen Frakturen beteiligt sind.

Design 

Metaanalyse von GWA-Studien (genome wide association studies).

Insgesamt wurden 25 Kohorten aus Europa, USA, Asien und Australien und über 500. 000 Menschen mit mehr als 185.000 Frakturen berücksichtigt. 

Verwendet wurde die Methode der Mendelschen Randomisierung, mit der der Einfluss modifizierbarer Risikofaktoren auf Krankheiten bestimmt werden kann. Mit dem Verfahren wird versucht, die Art des Zusammenhangs zwischen zwei Phänomen zu klären und was Ursache und was Wirkung ist. Zu den klinischen Risikofaktoren, die berücksichtigt wurden, gehörten unter anderen die Griffstärke, das Alter bei der Pubertät, die Nüchern-Glukosewerte, Vitamin-D-Spiegel und Kalzium-Aufnahme.

Hauptergebnisse

Von 15 mit Frakturen assoziierten Gen-Loci waren alle auch mit der Knochendichte assoziiert.

Die Mendelsche Randomisierung zeigte einen klaren Effekt der Knochendichte auf das Fraktur-Risiko. EIne Abnahme der Knochendichte im Femurhals um eine Standardabweichung ist den Berechnungen zufolge mit einer signifikanten Zunahme des Fraktur-Risikos um 55 Prozent assoziiert. 

Bei der Griffstärke ergab die Analyse zwar eine inverse Beziehung zum Fraktur-Risiko; dieser Zusammenhang war statistisch aber  nicht signifikant. Für weitere klinische Risikofaktoren wie Vitamin-D-Spiegel und Kalzium-Aufnahme über Milchprodukte ergaben die Analysen keinen Effekt auf die Fraktur-Wahrscheinlichkeit.

Klinische Bedeutung

Die Studie bestätigt die zentrale Bedeutung der Knochendichte für das Risiko einer osteoporotischen Fraktur. Die Ergebnisse sprechen dafür, dass von allen untersuchten klinischen Risikofaktoren die Knochendichte jener Faktor ist, dessen Modifikation durch bestimmte Maßnahmem den besten Fraktur-Schutz verspricht.

Finanzierung: unter anderen EU-Kommission, nationale Ministerien, Stiftungen