Effekt der Natriumreduktion auf den Blutdruck unterschätzt

  • BMJ

  • von Dr. Carola Krause
  • Medizinische Nachrichten
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Kernbotschaft

Ein internationales Forscherteam kam in mit einer systematischen Meta-Analyse von 133 Studien herausgefunden, dass eine Natriumreduktion eine Dosis-Wirkungs-Beziehung aufweist, die hauptsächlich älteren Bevölkerungsgruppen, nicht weißen Bevölkerungsgruppen und solchen mit höherem Blutdruck zu Gute kommt. Kurzzeitstudien unterschätzen den Einfluss der Natriumreduktion auf den Blutdruck.

Hintergrund

Eine höhere Natriumaufnahme über die Nahrung ist mit einem höheren Blutdruck und Herz-Kreislauf-Erkrankungen verbunden. Der physiologische Bedarf an Natrium liegt bei weniger als 1 g pro Tag.  Die von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfohlene maximale tägliche Aufnahme von Natrium aus der Nahrung beträgt 2 g pro Tag für Erwachsene (dies entspricht 5 g Salz), allerdings konsumieren die Menschen deutlich mehr Salz pro Tag.

Die Auswirkung der Natriumreduktion auf den Blutdruck und auf das Risiko von Herz-Kreislauf-Erkrankungen wurde in zahlreichen Studien untersucht. So ist eindeutig nachweisbar, dass Bluthochdruck-Patienten von einer Natriumreduktion profitieren.

Obwohl es unter Gesundheits- und Wissenschaftsorganisationen einen Konsens gibt, die Aufnahme von Natrium aus der Nahrung in der Allgemeinbevölkerung zu reduzieren, bestehen Unsicherheiten über die Auswirkungen einer Natriumreduktion in verschiedenen Bevölkerungsgruppen.

In einer systematischen Meta-Analyse von 133 Studien wollte nun ein internationales Forscherteam die Dauer der Natriumreduktion mit dem Dosis-Wirkungs-Verhältnis zwischen Senkung des Natriumspiegels und der Blutdruckänderung in verscheiden Bevölkerungsgruppen untersuchen.

Natriumreduktion für diverse Bevölkerungsgruppen sinnvoll

Das Forscherteam führte eine systematische Metaanalyse von 133 randomisierten Studien gemäß den PRISMA-Richtlinien durch. Ergebnisse von 12.197 Studienteilnehmern wurden in die Analyse eingeschlossen.

Die mittlere Natriumkonzentration der Studienteilnehmer, gemessen am 24-Stunden-Natrium im Urin, betrug 130 mmol (95% -KI: 115 bis 145, p

Jede 50-mmol-Reduktion der 24-Stunden-Natriumausscheidung war mit einer Reduktion des SBP um 1,10 mm Hg (95% -KI: 0,66 bis 1,54; p

Eine reduzierte Natriumaufnahme ging in verschiedenen Bevölkerungsgruppen mit einer Blutdrucksenkung einher:

  • hypertensiver und nicht-hypertensiver Personen,
  • bei älteren Menschen,
  • nicht weiße Bevölkerungsgruppen,
  • Bevölkerungsgruppen mit höheren SBP-Ausgangswerten.

Die Forschenden fanden weiterhin heraus, dass im allgemeinen Kurzzeitstudien den Einfluss der Natriumreduktion auf den Blutdruck unterschätzten. In Studien mit einer Dauer von weniger als 15 Tagen war jede 50-mmol-Reduktion der 24-Stunden-Natriumausscheidung mit einem SBP-Abfall von 1,05 mm Hg (95% -KI: 0,40 bis 1,70; p = 0,002) verbunden. In Studien mit einer Dauer von über 15 Tagen war jede 50-mmol-Reduktion der 24-Stunden-Natriumausscheidung mit einem SBP-Abfall von 2,13 mm Hg; (95% -KI: 0,85 bis 3,40; p = 0,002) verbunden.

Die Forschenden sprechen sich für eine bevölkerungsweite Natriumreduktion aus.

Finanzierung: National Health and Medical Research Foundation of Australia, Amgen, Hypertension Canada New Investigator