ECCVID 2020: Kinder haben mit viel größerer Wahrscheinlichkeit eine leichte Erkrankung und zeigen bessere Ergebnisse als Erwachsene


  • Priscilla Lynch
  • Conference Reports
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Kinder werden mit einer deutlich geringeren Wahrscheinlichkeit mit COVID-19 diagnostiziert als Erwachsene, haben im Allgemeinen leichte Symptome, wenn überhaupt, und haben „sehr, sehr niedrige Mortalitätsraten“, so Jonathan Suk vom Europäischen Zentrum für die Prävention und die Kontrolle von Krankheiten (ECDC).

Eine Sonderveranstaltung auf der 2020 ESCMID Conference on Coronavirus Diseases (ECCVID), die von der ECDC mitorganisiert wurde, untersuchte die Schließungen und erneuten Eröffnungen der Schulen im Kontext der Pandemie.

Dr. Suk sagte, dass weniger als 5 % der bestätigten COVID-19-Fälle in der europäischen Region Kinder waren, mit nur fünf bekannten Todesfällen bei Kindern unter 16 Jahren (von 19.654 Fällen im TESSy-System [0,03 % rohe Fallsterblichkeitsrate]).

In Bezug auf die Krankheitsübertragung werden Kinder sehr selten als der Indexfall identifiziert, wobei dies dadurch verkompliziert wird, dass Kinder generell weniger Symptome zeigen und kürzere Phasen der Virusausschüttung aufweisen und die asymptomatische Infektiosität nach wie vor ein unbekannter Faktor ist, sagte er.

Studien zu COVID-19-Infektionserkrankungen in Bezug auf Schulen in der europäischen Region zeigen wenige Ausbrüche/Cluster, wobei die identifizierten Fälle hauptsächlich von Haushaltsexpositionen und nur in sehr geringem Maße von einer Verbreitung im Schulumfeld ausgehen.

„Schulen sind wahrscheinlich keine schlimmeren Ausbreitungsumgebungen als berufsbezogene oder Freizeitaktivitäten mit ähnlicher Personendichte unter Einhaltung ordnungsgemäßer Maßnahmen.“

Entscheidungen zu Kontrollmaßnahmen in den Schulen sollten in Übereinstimmung mit Entscheidungen über andere Maßnahmen der körperlichen Distanzierung und öffentliche Gesundheitsmaßnahmen innerhalb der Gemeinschaft getroffen werden, sagte Dr. Suk:  „Die Schließung von Kinderbetreuungs- und Ausbildungseinrichtungen ist vermutlich keine effektive Einzelmaßnahme für die Kontrolle der öffentlichen Übertragung von COVID-19 und kann nicht mit dem Schutz der Gesundheit von Kindern begründet werden, von denen die meisten nur eine sehr leichte COVID-19-Erkrankung entwickeln, wenn überhaupt.“

Expertenkommentar:

Frage: Sind Masken hilfreich, um die Verbreitung von COVID-19 unter Kindern vorzubeugen?

Suk: „Für ältere Kinder können sie hilfreich sein, insbesondere in beengten Umfeldern, und sicherlich für Lehrer, nicht aber für jüngere Kinder.“