ECCMID 2019 - Behandlung von Infektionen an der Eingriffsstelle bei Patienten, die mit multiresistenten gramnegativen Bakterien besiedelt sind


  • Jackie Johnson
  • Conference Reports
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Die Antibiotikaresistenz von Enterobacteriaceae steigt weltweit an. Laut neuerer Studien nimmt auch die Wirksamkeit der chirurgischen Prophylaxe ab, und es ist ein signifikanter Anstieg der Infektionen an der Eingriffsstelle (surgical site infections, SSI) nach bestimmten Hochrisikoeingriffen wie kolorektalen Operationen zu verzeichnen. Außerdem gibt es keine klaren, einheitlichen Richtlinien zur SSI-Prävention in der klinischen Praxis.

In diesem Vortrag erläuterte der leitende Prüfarzt Benedikt Huttner1, dass bei Patienten, die mit multiresistenten gramnegativen Bakterien (d. h. ESBL-E [extended-spectrum beta lactamase producing Enterobacteriaceae]) besiedelt sind, ein höheres SSI-Risiko besteht. Anhand einer multivariablen Analyse von Daten aus einer prospektiven Kohortenstudie an 3 Krankenhäusern in Israel, der Schweiz und Serbien zeigt er einen Zusammenhang zwischen SSI und ausgewählten Merkmalen, einschließlich ESBL-E-Besiedlung (bereinigte Odds Ratio: 2,36 [95%-Konfidenzintervall, 1,50–3,71]).  Bei ESBL-E-Trägern war es wahrscheinlicher, dass sie sich einem kolorektalen Eingriff unterzogen hatten (34,7 % vs. 23,6 %; p = 0,03) und weniger wahrscheinlich, dass sie ein kolorektales Karzinom hatten (67,1 % vs. 80,9 %; p 

Er kam zu dem Schluss, dass es aufgrund dieser Studie und anderer Forschungsergebnisse sinnvoll erscheint, bei bestimmten chirurgischen Eingriffen eine Prophylaxe anzuwenden: Wenn gramnegative Bakterien die vorrangige Ursache einer SSI sind oder wenn bestimmte Hochrisikoeingriffe durchgeführt werden, einschließlich kolorektaler Operationen, urologischer Eingriffen und Organtransplantationen. Ausgehend von den Nachweisen in der Herzchirurgie und in Ermangelung besserer Daten ist es wahrscheinlich gerechtfertigt, eine Routineprophylaxe anzuwenden, selbst wenn die Patienten mit multiresistenten gramnegativen Bakterien besiedelt sind. Er fügte hinzu, dass ein übermäßiger Einsatz von Carbapenem zur Prophylaxe zu vermeiden ist, da es nur wenige Studien zu diesem Thema gibt.