EAU-ESMO-Konsens zur Behandlung von fortgeschrittenem und atypischem Blasenkrebs


  • Dawn O'Shea
  • Univadis Medical News
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Die European Association of Urology (EAU) und die European Society for Medical Oncology (ESMO) haben Leitlinien zu kontroversen Themen bei der Behandlung von Blasenkrebs veröffentlicht.

Die folgenden Empfehlungen sind dabei zentral:

  • Sofortige radikale Zystektomie (RC) und Lymphadenektomie bei hochgradigem Urothelkarzinom (UC) im Stadium T1 mit mikropapillärer Histologie.
  • Identifizierung der RNA-Subtypen vor einer Checkpoint-Inhibitor-Therapie.
  • Radiochemotherapie bei inoperablen, lokal fortgeschrittenen Tumoren.
  • Einsatz einer bildgeführten und intensitätsmodulierten Radiotherapie (IMRT) in Kombination mit Radiosensitizer zur Erhaltung der Blase.
  • Nicht empfohlen wird zur Erhaltung der Blase eine über die üblichen radikalen Dosen hinausgehende IMRT oder Brachytherapie am Primärort.            
  • Miteinbeziehen einer PET-CT bei der Stadiumbestimmung oligometastasierter Erkrankungen (OMD), wenn eine radikale Behandlung in Betracht gezogen wird.    
  • Durchführung einer adjuvanten oder neoadjuvanten systemischen Therapie zusammen mit einer radikalen Behandlung von OMD.
  • PD-L1 ist bei der Auswahl von Patienten mit platinrefraktärem metastatischen UC (mUC) für eine Immuntherapie nicht zweckdienlich.          
  • Eine Carboplatin-basierte Chemotherapie ist nach wie vor eine praktikable Option für eine Erstlinienbehandlung bei PD-L1-positivem mUC.    
  • Bei Cisplatin-ungeeigneten, Immuntherapie-refraktären mUC-Patienten sollte eine Chemotherapie anstelle einer Immuntherapie in Betracht gezogen werden.
  • Durchführen von Thorax- und Abdomen-CTs über einen Zeitraum von 5 Jahren, um bei den meisten Patienten nach RC in kurativer Absicht Rezidive nachzuweisen.
  • Nach einer RC mit kurativer Absicht wird bei ausgewählten Patienten eine Nachbeobachtung der Harnröhre mittels Zytologie und/oder Zystoskopie empfohlen.
  • Bei den meisten Patienten sollten 5 Jahre lang Thorax- und Abdomen-CTs durchgeführt werden, um in kurativer Absicht nach einer trimodalen Behandlung ein Rezidiv (außerhalb der Blase) nachzuweisen.