EASL-HCV 2018 — HCV-Eradikation in Strafvollzugsanstalten, psychiatrischen Kliniken und Entzugskliniken für Alkohol- und Suchterkrankungen


  • Robert Davies and Sarah Stinnissen
  • HCV Conference Reports
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Kernbotschaften

  • Die HCV-Behandlung in Strafvollzugsanstalten, psychiatrischen Kliniken und Entzugskliniken ist nicht nur notwendig, sondern auch durchaus machbar.

Relevanz

  • Schätzungen gehen davon aus, dass von den insgesamt 10 Millionen Strafgefangenen weltweit ungefähr 1,5 Millionen (15 %) an einer chronischen HCV-Infektion leiden.
  • In psychiatrischen Kliniken und Entzugskliniken für Alkohol- und Suchterkrankungen kann sich die HCV-Prävalenz über den Bereich von 1 bis 90 % erstrecken.
  • Die über die Jahre 2010 bis 2011 im Rahmen einer US-amerikanischen Studie ermittelten Ergebnisse machen deutlich, dass nur 4,7 % der Patienten mit schweren psychiatrischen Erkrankungen einem HCV-Screening-Test unterzogen werden.

Kernpunkte

  • Strafgefangene und Patienten in psychiatrischen Kliniken und Entzugskliniken für Alkohol- und Suchterkrankungen sind einem hohen HCV-Übertragungsrisiko ausgesetzt.
  • Zu den wichtigsten Chancen in diesen Umfeldern gehören die Verbesserung des Zugangs für marginalisierte Patienten mit einem hohen Reinfektionsrisiko (erfolgreiche Behandlung ist Prävention) und die Förderung der Therapieadhärenz.
  • Unveröffentlichte Daten zeigen, dass HCV-Infektionen in australischen Gefängnissen durch ein engmaschiges Screening von Neuaufnahmen (95 %) und einen verbesserten Zugang zu direkt wirkenden antiviralen Mitteln (DAA) fast gänzlich eliminiert werden konnten.
  • Zu den größten Herausforderungen in Strafvollzugsanstalten gehören die Verbesserung von Screening und Therapiebindung für Insassen mit kurzen Haftstrafen, Nachkontrollen nach der Freilassung und die Kontrolle des Reinfektionsrisikos nach erfolgreicher Therapie.
  • Behandlungs- und Verordnungsbeschränkungen stellen mit Ausnahme von Großbritannien in den meisten europäischen Ländern nach wie vor eine große Herausforderung dar, versperren sie doch für viele Patienten in psychiatrischen Kliniken und Entzugskliniken den Zugang zu einer effizienten HCV-Behandlung.
  • Das Projekt ECHO (Extension for Community Healthcare Outcomes) dient zur Aufklärung von Ärzten in psychiatrischen Kliniken und Entzugskliniken für Alkohol- und Suchterkrankungen. Ziel dieses Programms ist es, eine zunehmende nicht-fachärztliche Verordnung von DAAs zu erreichen.

Expertenkommentar

  • Die außerordentliche Professorin Marieta Simonova an der Militärakademie Bulgariens hierzu: „Eine erfolgreiche Behandlung von HCV-Infektionen bei Menschen, die Drogen injizieren, kann durch eine konservative Verordnungspolitik zunichte gemacht werden. Dies muss sich ändern.“

Von Robert Davies und Sarah Stinnissen.