EAS 2020 — Neues Konzept zur Lipidsenkung: Beginnen Sie frühzeitig und aggressiv


  • Antara Ghosh
  • Conference Reports
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Erkenntnis

  • Professor François Mach erörtert das moderne Konzept der Lipidsenkung, das einen frühestmöglichen Beginn der lipidsenkenden Therapie und eine aggressive Behandlung umfasst, um den geringstmöglichen Zielwert für das Low-Density-Lipoprotein-Cholesterins (LDL-C) zu erreichen.
  • Betont wird die verstärkte Anwendung lipidsenkender Therapien, mit dem Ziel, die in den Richtlinien der European Society of Cardiology/European Atherosclerosis Society von 2019 genannten Lipidzielwerte zu erreichen, wodurch das zukünftige Risiko für kardiovaskuläre Ereignisse reduziert wird.

Wesentliche Höhepunkte

  • Die Evidenzen der letzten 10 Jahre haben gezeigt, dass ein niedriger LDL-C-Wert besser ist – und dass noch niedriger noch besser ist.
  • Die jüngste Evidenz zeigt, dass niedrigere LDL-C-Spiegel (nahe an 1,4–1,5 mmol/l), die mit einer intensiven Lipidsenkung erreicht wurden, mit einer massiven Reduktion des zukünftigen Risikos für kardiovaskuläre Ereignisse assoziiert sind:
    • CTT-Metaanalyse (hochintensive vs. Standardstatine): relatives Risiko (RR) pro mmol/l LDL-C-Senkung: 0,71; 95 %-KI: 0,56–0,91,
    • IMPROVE-IT-Studie (Ezetimib plus Statin vs. Statin alleine): RR: 0,94; 95 %-KI: 0,89–0,99,
    • FOURIER-Studie (Evolocumab plus hoch intensives Statin ± Ezetimib vs. hoch dosiertes Statin ± Ezetimib): RR: 0,85; 95 %-KI: 0,79–0,92 und
    • ODYSSEY-OUTCOMES-Studie (Alirocumab + hoch dosiertes Statin ± Ezetimib vs. hoch dosiertes Statin ± Ezetimib): RR: 0,85; 95 %-KI: 0,78–0,93.
  • Trotz LDL-C-Werten von
  • Auf Grundlage dieser Ergebnisse klassifizierten die Richtlinien von 2019 Patienten in verschiedene Risikokategorien und definierten neue LDL-C-Zielwerte für jede Kategorie:
    • sehr hohes Risiko:
    • hohes Risiko:
    • mäßiges Risiko:
    • niedriges Risiko:
  • Die aktualisierten Empfehlungen umfassten:
    • die zusätzliche Verabreichung von Ezetimib zur maximal verträglichen Statindosis, falls die Zielwerte nicht erreicht wurden (Klasse 1B);
    • die zusätzliche Verabreichung eines Proproteinkonvertase-Subtilisin/Kexin-Typ-9-Inhibitors (PCSK9i) zur maximal verträglichen Statindosis plus Ezetimib zur Sekundärprävention bei Patienten mit sehr hohem Risiko, die ihre Zielwerte nicht erreichen (Grad 1A) und
    • die zusätzliche Verabreichung eines PCSK9i zur maximal verträglichen Statindosis plus Ezetimib bei Patienten mit sehr hohem Risiko und familiärer Hypercholesterinämie, die ihre Zielwerte nicht erreichen (Klasse 1C).
  • Die FOURIER-Studie beobachtete eine signifikante und einheitliche Risikoreduktion mit der Senkung des LDL-C-Werts (p = 0,0012) ohne Sicherheitsbedenken (LDL-C-Spiegel mmol/l vs. ≥ 2,6 mmol/l; adjustierte HR für schwerwiegende unerwünschte Ereignisse: 0,96; 95 %-KI: 0,81–1,13; p = 0,63).
  • Bei Patienten mit einem kürzlich aufgetretenen Myokardinfarkt senkte Evolocumab das Risiko für den primären Endpunkt um 19 % und für kardiovaskulären Tod/Myokardinfarkt/Schlaganfall um 25 %.
  • In der EVOPACS-Studie erreichten 90,1 % der Patienten mit akutem Koronarsyndrom den LDL-C-Zielwert durch eine Einleitung von Evolocumab plus hochintensiven Statinen im Krankenhaus, vs. 10,7 % mit Placebo.
  • Auf Grundlage aller Daten umfassen die Aktualisierungen der Richtlinien von 2019 für Patienten mit akutem Koronarsyndrom und sehr hohem Risiko Folgendes:
    • zusätzliche Verabreichung von Ezetimib, falls die LDL-C-Zielwerte nach 4–6 Wochen mit der maximal verträglichen Statindosis nicht erreicht werden (Grad 1B),
    • zusätzliche Verabreichung von PCSK9i, falls die LDL-C-Zielwerte nach 4–6 Wochen mit der Statin-plus-Ezetimib-Kombination nicht erreicht werden (Grad 1B) und
    • bei Patienten mit LDL-C-Spiegeln oberhalb des Zielwerts trotz Statin-plus-Ezetimib-Therapie frühzeitig nach dem Ereignis die Verabreichung von PCSK9i in Betracht ziehen (falls möglich, im Verlauf einer stationären Behandlung; Klasse 2A–C).