EAS 2020 — Lipid-Zielwerte und therapeutische Ansätze vom Standpunkt der EAS aus


  • Pavankumar Kamat
  • Conference Reports
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Erkenntnis

  • Dr. Chris Packard, UK, und Dr. Alberico Luigi Catapano, Italien, erörtern die Zielwerte und Zielsetzungen für eine Senkung des Low-Density-Lipoprotein-Cholesterins (LDL-C) und die therapeutischen Ansätze, um diese vom Standpunkt der European Atherosclerosis Society (EAS) aus gesehen, zu erreichen.
  • Die EAS betont, dass es keinen definierten LDL-C-Spiegel gibt, unterhalb dessen die Risikoreduktion abnimmt oder die Sicherheit beeinträchtigt ist.

Wichtigste Punkte

  • LDL-C ist ein bedeutender unabhängiger Risikofaktor für atherosklerotische kardiovaskuläre Erkrankungen (ASKVEs).
  • Eine genetische Analyse deutet auf einen kausalen Zusammenhang zwischen dem LDL-C-Spiegel und dem ASKVE-Risiko hin.
  • Die EAS nutzt die Beurteilung des wissenschaftlichen Rahmens der Beziehung zwischen LDL-C-Werten und Atherosklerose zur Definition der LDL-C-Zielwerte.
  • Die Evidenz zeigt, dass die relative Risikoreduktion proportional zur absoluten Senkung des LDL-C-Spiegels ist, wobei es keine Indikation dafür gibt, dass ein Balanceakt zwischen Sicherheit und Wirksamkeit besteht.
  • In der ODYSSEY-Ergebnisstudie wurde eine Risikoreduktion in den niedrigsten vs. den höchsten Terzilen der LDL-C-Spiegel beobachtet.
  • In der FOURIER-Studie, in der die Gesamtpopulation nach den erzielten LDL-C-Werten von 4,5 mmol/l bis
  • Eine Metaregressionsanalyse von Daten aus Studien zu Statin vs. Placebo, mehr vs. weniger intensiver Statintherapie und einer Kombinationstherapie mit Ezetimib ergab eine Faustregel, die besagt, dass jede Senkung des LDL-C-Spiegels um 1,0 mmol/l eine Risikoreduktion von 22 % erzielt.
  • Sicherheit einer hochgradigen (
  • Humangenetische Studien deuten darauf hin, dass der LDL-C-Spiegel mit einem doppelten Funktionsverlust der Proproteinkonvertase Subtilisin/Kexin Typ 9 (PCSK9) über den gesamten Verlauf des Lebens 0,36 mmol/l beträgt.
  • Es liegen eine sehr geringe Inzidenz von ASKVE und keine unerwünschten Ergebnisse vor.
  • Die Profile unerwünschter Ereignisse von Evolocumab in der FOURIER-Studie, Alirocumab in der ODYSSEY-OUTCOMES-Studie, Anacetrapib in der REVEAL-Studie und Ezetimib in der IMPROVE-IT-Studie wiesen keine Sicherheitsnachteile auf.
  • Auf Grundlage dieser Ergebnisse besagen die Leitlinien, dass „bisher kein LDL-C-Spiegel definiert wurde, unterhalb dessen kein Nutzen mehr eintritt oder Schaden auftritt“.
  • Zielwerte für LDL-C (2019er Leitlinien):
    • sehr hohes Risiko:
    • hohes Risiko:
    • mäßiges Risiko:
    • niedriges Risiko:
  • Empfehlungen zur pharmakologischen LDL-C-Senkung (2019er Leitlinien):
    • Hochintensives Statin bis zur maximal verträglichen Dosis kann verschrieben werden, um die Zielwerte zu erreichen, die für die spezifische Risikostufen definiert wurden (Klasse I).
    • Wenn die Zielwerte mit der maximal verträglichen Statindosis nicht erreicht werden, wird eine Kombination mit Ezetimib empfohlen (Klasse I).
    • Zur Primärprävention kann bei Patienten mit sehr hohem Risiko und ohne familiäre Hypercholesterinämie (FH), falls die LDL-C-Zielwerte mit Statin plus Ezetimib nicht erreicht werden, eine Kombination mit PCSK9-Inhibitoren in Betracht gezogen werden (Klasse IIb).
    • Zur Sekundärprävention bei Patienten mit sehr hohem Risiko wird, falls der LDL-C-Zielwert nicht mit Statin plus Ezetimib erreicht wird, eine Kombination mit einem PCSK9-Inhibitor empfohlen (Klasse I).
    • Bei Patienten mit sehr hohem Risiko und FH wird, falls der LDL-C-Zielwert nicht mit Statin plus Ezetimib erreicht wird, eine Kombination mit einem PCSK9-Inhibitor empfohlen (Klasse I).
    • Falls eine statinbasierte Therapie in keiner Dosis vertragen wird, sollte Ezetimib in Betracht gezogen werden (Klasse IIa), oder ein PCSK9-Inhibitor kann ebenfalls zusätzlich zu Ezetimib in Betracht gezogen werden (Klasse IIb).
    • Eine Kombination aus Statin und Gallensäure-Komplexbildner kann erwogen werden, wenn die LDL-C-Zielwerte nicht erreicht werden (Klasse IIb).