EAMIV: Jahrestherapiekosten – Ja oder Nein?

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Berlin (pag) – Ärzteorganisationen nehmen Stellung zum aktuellen Entwurf der Elektronischen Arzneimittelinformations-Verordnung (EAMIV). Zu den Jahrestherapiekosten gibt es unterschiedliche Auffassungen.

Die Bundesärztekammer (BÄK) und die Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft (AkdÄ) bedauern, dass im aktuellen Entwurf die Angabe der Jahrestherapiekosten des Arzneimittels und der Vergleichstherapie nicht mehr aufgeführt ist. Beide Organisationen plädieren für Transparenz. Zudem sollten die Jahrestherapiekosten regelmäßig aktualisiert werden. Die Hersteller elektronischer Verordnungsprogramme könnten diese Angaben zeitnah mit dem Inkrafttreten der Beschlüsse des Gemeinsamen Bundesausschusses implementieren. „Nur so ist gewährleistet, dass der Arzt die Wirtschaftlichkeit seiner Verordnungen beurteilen kann“, meinen die Ärztevertreter. Damit stehen sie im Kontrast zur Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV). „Die Jahrestherapiekosten für neue Arzneimittel und deren zweckmäßiger Vergleichstherapie in der Verordnungssoftware abzubilden, führt die Ärzte in die Irre. Denn diese Kosten geben die tatsächlichen Ausgaben der Krankenkassen nicht wieder“, sagte der stellvertretende KBV-Vorstandsvorsitzende Dr. Stephan Hofmeister bereits im Februar.

Alle drei Organisationen pochen auch in ihren aktuellen Stellungnahmen darauf, dass die Einführung des AIS „kostenneutral“ für die Ärzte gestaltet wird. „Die Einführung eines elektronischen Arzneimittelinformationssystems darf für den Vertragsarzt nicht mit Mehrkosten verbunden sein“, sagt zum Beispiel die KBV. Im aktuellen Entwurf setzt das Bundesgesundheitsministerium die Kosten für die Software-Industrie deutlich höher an als in der Ursprungsversion. War im Oktober noch von circa 300.000 Euro die Rede, sind es nun 1,2 Millionen Euro.