EACS 2019 — Langzeitnachbeobachtung nach Einleitung von antiretroviraler Therapie mit Behandlungsschema mit sparsamem Einsatz von nukleotidischen Reverse-Transkriptase-Inhibitoren


  • Cristina Ferrario — Agenzia Zoe
  • Conference Reports
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Erkenntnis

  • Nach 5-jähriger Nachbeobachtung erhielt ein Viertel der Patienten immer noch die ursprüngliche antiretrovirale Therapie (ART).
  • Die Gründe für einen Abbruch standen meistens nicht in Zusammenhang mit unerwünschten Ereignissen (UE) oder virologischem Versagen.

Warum das wichtig ist

  • Es stehen nur wenige Langzeitdaten für Patienten zur Verfügung, die eine ART mit einem Behandlungsschema mit sparsamem Einsatz von nukleotidischen Reverse-Transkriptase-Inhibitoren (NtRTI) begonnen haben.

Studiendesign

  • NEAT001/ANRS 143: randomisierte kontrollierte Studie (RCT), n = 805, 15 Länder, 78 Prüfzentren, 96-wöchige Nachbeobachtung, Vergleich von Darunavir/Ritonavir+Raltegravir (DRV/r+RAL) und DRV/r+Tenofovir/Emtricitabin (TDF/FTC)
  • Langzeitstudie NEAT001 LONG TERM (NLT): n = 430 (DRV/r+RAL: n = 201; DRV/r+TDF/FTC: n = 229), 8 Länder, 39 Prüfzentren, Beurteilung der 5-Jahres-Ergebnisse von Patienten aus den Studien NEAT001/ANRS 143.
  • Die Daten wurden retrospektiv anhand eines anonymisierten elektronischen Prüfbogens (eCRF) erhoben.

Wesentliche Ergebnisse

  • Beibehaltung der Ersttherapie bei einem Viertel der Patienten 5 Jahre nach der Aufnahme.
  • Längerer Einsatz von DRV/r in der Hälfte der Kohorte.
  • Bis heute erhält beinahe die Hälfte der Teilnehmer in beiden Gruppen DRV mit einem Verstärker.
  • Niedrige Raten klinischer und virologischer Ereignisse (HIV-RNA > 50 c/ml) zwischen 2 und 5 Jahren.
  • Bei der letzten Nachbeobachtung: HIV-RNA  95 % der Patienten.
  • Mittlere Gewichtszunahme von der Baseline bis zur letzten Nachbeobachtung: 3,15 kg bei Patienten mit einer Exposition von > 50 % der Nachbeobachtungsdauer gegenüber Integrase-Strangtransfer-Inhibitoren (INSTI) bzw. 4,08 kg bei jenen ohne Exposition gegenüber INSTI.
  • Ein höherer Anstieg des Kreatininspiegels wurde bei Patienten beobachtet, die TDF für > 50 % der Nachbeobachtungsdauer ausgesetzt waren, als bei jenen ohne Exposition (9,94 im Vergleich zu 5,93 μmol/l).
  • Eine Änderung der Therapie erfolgte am häufigsten aufgrund des Bedarfs/Wunsches nach einer Optimierung der Behandlung statt aufgrund fehlender Wirksamkeit oder unerwünschter Ereignisse.

Einschränkungen

  • Die Daten wurden retrospektiv erfasst.
  • Situation aus der Praxis im zweiten Teil der Nachbeobachtung (von Woche 96 bis Jahr 5) im Vergleich zu einer RCT im ersten Teil.