EACS 2019 — Höhepunkte der 17. europäischen AIDS-Konferenz in Basel


  • Conference Reports
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  • An der 17. europäischen AIDS-Konferenz wurden 3.059 Vertreter aus 98 Ländern begrüßt und zur Erweiterung und Stärkung der Teilnahme von osteuropäischen und zentralasiatischen Ländern erfolgte ein Simultandolmetschen in die russische Sprache
  • Neue Richtlinien in Version 10.0: Verfügbar in 7 Sprachen und jetzt auch in mehreren Formaten, nämlich als Papierbroschüre, PDF, Mobile App und als interaktive Website mit Video-Links. Hier klicken , um mehr über die Änderungen in den neuen Leitlinien zu erfahren. Altern und HIV
  • UNAIDS-Ziele 2020 – haben wir diese Ziele erreicht? Sind wir auf gutem Weg, AIDS bis 2030 auszurotten? Anastasia Pharris (ECDC) stellte den Status der HIV-Epidemiologie in der Region vor. Wir erreichen die Ziele nicht ganz, aber wir bewegen uns in die richtige Richtung. In der europäischen WHO-Region: 2,2 Millionen Menschen leben mit HIV und 300.000 Menschen haben sich seit der letzten EACS-Konferenz vor 2 Jahren mit HIV infiziert. Im Gegensatz zu der weltweiten Tendenz eines 23%igen Rückgangs von Neuinfektionen im letzten Jahrzehnt wird in Mittel- und Osteuropa ein Anstieg von 125 % bzw. 60 % verzeichnet. Die Übertragungsmuster in der Region unterscheiden sich, wobei mehr als die Hälfte der neuen Diagnosen in der westlichen Region auf Männer, die Sex mit Männern haben (MSM), und ein Viertel der Fälle in der östlichen Region auf Benutzer von Injektionsdrogen (IDU) zurückzuführen sind. Im Osten ist der gemeldete Anteil an MSM geringer, aber es besteht die Möglichkeit einer Fehlklassifizierung aufgrund des damit verbundenen Stigmas. Migration und HIV – Eine steigende Anzahl von Migranten aus Afrika und andere Migrationsmuster sind in der westlichen Region wichtig, wo 47 % der neuen Fälle in einem anderen Land geboren wurden. Interessanterweise steckten sich 1/3 bis 2/3 der Migranten erst nach der Migration mit HIV an. Klicken Sie hier, um mehr zu erfahren..
  • In einem Gespräch am runden Tisch zu den UNAIDS-Zielen nach 2020 wurden die Gründe diskutiert, warum die Ziele für 2020 nicht erreicht werden. Dr. Peter Ghys betonte die Wichtigkeit der Abklärung der Ziele und der Messung des Fortschritts. Die präventive Seite wird aufgrund des Stigmas bei den meisten betroffenen Bevölkerungsschichten vernachlässigt (Nikos Dedes). Das neue Ziel sollte keine Diskriminierung und keine Stigmatisierung sein (Dr. Dara Masoud). Die nächsten Schritte sollten eine Reduktion der Aufnahme in die Kaskade, eine Reduktion der Neuinfektionen und eine Reduktion der Dauer von der Infektion bis zur Diagnose sein (Prof. Jean-Michel Molina) und zudem sollte die Lebensqualität angesprochen werden. Die folgende Frage wurde gestellt: „Wie können Stigmatisierung und Diskriminierung gemessen werden?“
  • Die Initiative „Fast-track Cities“ umfasst mehr als 300 Städte und Gemeinden und hat sich vorgenommen, das UNAIDS-Ziel 90-90-90 in städtischen Umgebungen zu erreichen. In Rückmeldungen von den Fast-Track-Städten wurden innovative Ansätze zum Umgang mit Stigmatisierung in verschiedenen Umgebungen sowie Strategien mit Einbeziehung von gemeinschaftlichen Bemühungen zur Bekämpfung von administrativen Hindernissen vorgestellt.
  • Die Bekämpfung von Stigmatisierung und Diskriminierung war ein wiederkehrendes Thema während der Konferenz. Die Selbsthilfegruppe Life4me+ für Menschen mit HIV hat eine Kampagne zum Thema „NO HIV STIGMA“ gestartet, für die am 8. November 2019 ein Marsch stattfand. Erfahren Sie mehr in unserem Gespräch mit Dr. Alex Schneider, Gründer der gemeinnützigen Organisation Life4me+.  
  • PrEP. Teymur Noori vom Europäischen Zentrum für die Prävention und die Kontrolle von Krankheiten (ECDC) wies auf die PrEP-Lücke und die Hindernisse bei der Einführung von PrEP in Europa hin. Dabei wurde der enorme Unterschied bei den Kosten der PrEP für verschiedene Regierungen hervorgehoben. Prof. Jean-Michel Molina und sein Team stellten Daten zur HIV-Epidemie in Frankreich, die neuesten Ergebnisse der PrEP-Einführung und Faktoren im Zusammenhang mit dem Abbruch von PrEP vor.
  • Neue Medikamente, für wen denn? In ihrem Plenarvortrag präsentierte Prof. Chloe Orkin systematisch neue Wirkstoffe, die sich in der Entwicklung befinden, einschließlich neuer Verabreichungswege mit lang wirksamer und nicht oraler Verabreichung von antiretroviralen Medikamenten, subdermale Implantate, lang wirksame injizierbare Mittel, Pflaster, medizinische Nanotechnik zur oralen Einnahme und Vaginalringe. Einige von ihnen haben sich bereits in anderen Fachrichtungen als wirksam erwiesen. Neue Behandlungswege sind ein Versuch, von der Behandlung zu einer Heilung zu gelangen, und sind besonders für eine Untergruppe von Patienten relevant, deren Bedürfnisse nicht abgedeckt werden. Dazu zählen Patienten, die Mühe mit der Einnahme oraler Medikamente haben, deren Therapietreue mangelhaft ist, die intensiv vorbehandelt sind und die bisher von Studien ausgeschlossen wurden, aber auch Frauen, Mädchen und Transgender-Personen im Allgemeinen. Prof. Orkin betonte, dass wir eine Behandlung für sie finden müssen, wenn wir jemals die Null erreichen möchten.
  • Halbjährliche Treffen zu Versorgungsstandards – Angehen der Herausforderungen und Lücken in der Standardversorgung – insbesondere im Bereich der Koinfektionen.
  • Prof. Jens Lundgren blickte auf 25 Jahre EuroSIDA-Forschung zurück.
  • Der Hector-Forschungspreis wurde für die beste Grundlagenforschung, den besten Beitrag zur Translationsforschung und den besten klinischen/epidemiologischen Beitrag vergeben. Herzlichen Glückwunsch an Prof. Alison Rodger und das PARTNER-Team!