NCCN: aktive Überwachung ist nicht mehr die bevorzugte Behandlung beim risikoarmen Prostatakarzinom

  • Petra Kittner
  • Clinical Summary
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Erkenntnis

  • Das NCCN hat seine langjährige Empfehlung zur aktiven Überwachung bei Patienten mit risikoarmem Prostatakarzinom aufgehoben.
  • Es empfiehlt nun aktive Überwachung, Strahlentherapie oder Operation, wobei keine Behandlung bevorzugt wird.

Warum das wichtig ist

  • Eine Studie aus dem Jahr 2020 kam zu dem Schluss, dass aufgrund der Heterogenität der Krankheit einige als risikoarm eingestufte Tumoren eine frühzeitige Behandlung verdienen, während andere über einen gewissen Zeitraum hinweg viel weniger intensiv nachverfolgt werden können.
  • Die Änderung der Leitlinien wird zu einer Verringerung der aktiven Überwachung und zu einer Zunahme von Operation und Strahlentherapie als Erstbehandlung bei risikoarmen Erkrankungen führen, was viele Ärzte als Überbehandlung mit lebensverändernden Nebenwirkungen wie Inkontinenz und Erektionsstörungen betrachten.

Wesentliche Highlights

  • Für Patienten mit einer Lebenserwartung von ≥10 Jahren empfiehlt das NCCN eine der folgenden Maßnahmen:
    • Aktive Überwachung:
      • Bestätigungsbiopsie ± multiparametrische MRT (mpMRT) ± molekulare Tumoranalyse zur Feststellung der Eignung für eine aktive Überwachung.
      • PSA nicht öfter als einmal alle 6 Monate, es sei denn, die Bestimmung ist klinisch indiziert.
      • Digital-rektale Untersuchung nicht öfter als einmal alle 12 Monate, sofern nicht klinisch indiziert.
      • Wiederholung der Prostatabiopsie nicht öfter als einmal alle 12 Monate, es sei denn, sie ist klinisch indiziert.
      • Wiederholung der mpMRT nicht öfter als einmal alle 12 Monate, sofern nicht klinisch indiziert.
    • EBRT oder Brachytherapie.
    • Radikale Prostatektomie.