Duchenne-Muskeldystrophie - Edasalonexent besteht Phase-1-Prüfung


  • Dr. Carola Krause
  • Medizinische Nachrichten
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Kernbotschaft

Das neuartige Therapeutikum Edasalonexent, ein oral verabreichter NF-κB Inhibitor aus Salicylsä ure und Docosahexaens ä ure , hat sich in einer klinischen Phase-1-Studie bei Kindern mit Muskeldystrophie vom Typ Duchenne als verträglich und sicher erwiesen. Das Präparat könnte eine neue therapeutische Option für viele Patienten mit dieser Muskelerkrankung werden.

Selektive Behandlungsmöglichkeiten

r Duchenne-Muskeldystrophie (DMD)-Patienten gibt es nur wenige Behandlungsm ö glichkeiten. Momentan genutzte oder in der Entwicklung befindliche Medikamente stehen nur einem kleinen Kreis von DMD-Patienten mit einer bestimmten genetischen Mutation zur Verfü gung. Zudem ist bekannt, dass diese Medikamente signifikante Nebenwirkungen verursachen.

Die Ergebnisse einer klinischen Phase 1/2 Pr üfung - mit dem Namen MoveDMD - zeigen, dass oral verabreichtes Edasalonexent (CAT-1004) NF-κB inhibiert. Da NF-κB die grundlegende Verbindung zwischen dem Verlust von Dystrophien und dem fortschreiten der DMD-Erkrankung darstellt, gehen die Forscher rund um Joanne Donovan, MD, PhD (Cambridge, MA, USA) davon aus, dass Edasalonexent - unabhä ngig von den zugrundeliegenden Gendefekten - zur Behandlung aller DMD-Patienten eingesetzt werden k ö nnte.

Edasalonexent enthä lt zwei Wirkstoffe, Salicyls ä ure und die Omega-3-Fetts ä ure Docosahexaens ä ure (DHA). Diese sind so miteinander verbunden wurden, dass die Einzelwirkungen der Basismolek üle zur Hemmung von NF-κB um ein Vielfaches potenziert ist. Schon in früheren Studien konnte gezeigt werden, dass Edasalonexent bei Erwachsenen gut absorbiert wird, gut vertrvertr äglich ist und NF-κB inhibiert.

Phase-1-Studie mit 17 Jungen

Ziel der aktuellen MoveDMD-Studie war es, die Auswirkungen bei Kindern mit DMD zu bewerten. In der einw ö chigen, offenen Studie wurden 17 Jungen (Durchschnittsalter 5,5 Jahre) mit drei aufeinanderfolgenden aufsteigenden Dosen von Edasalonexent (33, 67 und 100mg/kg/Tag) behandelt.

Gute Verträglichkeit

Alle Dosen wurden gut vertragen. Keine (i) schwerwiegenden unerwü nschten Ereignisse, (ii) Unterbrechungen der Dosierung, (iii) Dosisreduktionen oder (iv) Abbr ü che aufgrund unerw ü nschter Ereignisse traten auf. Die meisten Nebenwirkungen waren geringf ü gig und betrafen das gastrointestinale System.

 Nach einer siebent ä gigen Behandlung mit den zwei h öheren Dosen (67 und 100mg/kg/Tag) wurde, mittels mRNA-Sequenzierung aus dem Vollblut, die Abnahme der NF-κB regulierten Gene detektiert. Zudem reduzierte die Behandlung auch die Spiegel an Serumproteinen, von denen angenommen wurde, dass sie aus besch ä digten Muskeln stammen. Aufgrund dieser Ergebnisse gehen die Autoren davon aus, dass schon eine kurzzeitige Gabe von Edasalonexent die erh öhten NF-κB Spiegel in zirkulierenden mononukle ä ren DMD-Zellen direkt reduzieren kann, bevor Ver ä nderungen in den Muskeln beobachtet werden.

Vielleicht krankheitsmodifizierende Effekte

 Aufgrund des potenziellen Nutzens von Edasalonexent f ü r alle DMD Arten schl ä gt Dr. Donovan vor, dass Edasalonexent entweder allein oder in Kombination mit anderen Medikamenten, einschließlich noch in der Entwicklung befindlicher gentherapeutischer Ans ä tze, verwendet werden k ö nnte.

Weiterhin wird spekuliert, dass durch die Hemmung von NF-κB, Edasalonexent krankheitsmodifizierende Wirkungen haben kann. Hierzu z ä hlen die m ö gliche Reduktion von Muskelentz ü ndungen und degenerationen und die Verbesserung der Muskelregeneration.

Die gute Vertr ä glichkeit und das hervorragenden Sicherheitsprofil von Edasalonexent wurde zudem in der Phase-2 PolarisDMD-Studie ebenfalls best ä tigt. Edasalonexent soll nun als potenzielle neuartige Therapie f ü r Duchenne-Betroffene in einer Phase-3 Studie von Polaris DMD klinisch getestet.

Finanzierung: Catabasis Pharmaceuticals