Duale Antikörpertherapie zur Checkpoint-Inhibition beim Non-Hodgkin-Lymphom vielversprechend


  • Michael Simm
  • Studien – kurz & knapp
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Kernbotschaften

Das Konzept der Checkpoint-Inhibition ist offenbar auch bei Makrophagen anwendbar und kann die Antikörper-abhängige zelluläre Phagozytose entfesseln. In einer Pilotstudie mit 22 stark vorbehandelten Patienten mit Non-Hodgkin-Lymphomen sah man eine objektive Ansprechrate von 50 %.

Hintergrund

Der Antikörper Hu5F9-G4 (5F9) gehört zur Arzneiklasse der Immuncheckpoint-Inhibitoren. Er blockiert bei Makrophagen das Antigen CD47 und induziert damit die Phagozytose von Tumorzellen. Da 5F9 in präklinischen Versuchen Synergien mit dem bei malignen Lymphomen indizierten Antikörper Rituximab gezeigt hat, wurde die Kombination hier klinisch untersucht.

Design

Studie der Phase 1b mit 22 Patienten, die an relapsierten oder refraktären Non-Hodgkin-Lymphomen litten. 15 Studienteilnehmer hatten diffus-großzellige B-Zell-Lymphome (DLBCL), 7 ein follikuläres Lymphom. Median hatten die Patienten zuvor 4 Therapien erhalten und bei fast allen war die Krankheit gegenüber Rituximab refraktär.

Hauptergebnisse

  • Die meisten Nebenwirkungen waren vom Schweregrad 1 oder 2. Am häufigsten wurden Anämien und Infusions-bedingte Nebenwirkungen beobachtet, wobei erstere durch eine Strategie des Primings mit 1 mg/kg 5F9 und nachfolgenden eskalierenden Erhaltungsdosen von 10, 20 oder 30 mg/kg abgemildert wurden.
  • 50 % aller Patienten sprachen objektiv (komplett oder partiell) auf die Behandlung an, 36 % vollständig.
  • Patienten mit DLBCL sprachen zu 33 % vollständig auf die Behandlung an, unter den Patienten mit follikulären Lymphomen waren es 43 %.
  • Nach einem medianen Follow-Up von 6,2 Monaten (DLBCL) bzw. 8,1 Monaten (follikuläre Lymphome) waren 91 % der Responder noch in Remission.

Klinische Bedeutung

Die Kombination der beiden Antikörper in dieser Indikation scheint vielversprechend, die Sicherheit gut. Bei insgesamt 22 Patienten, 8 vollständigen und 7 anhaltenden Remissionen, sowie einer Nachbeobachtungszeit von 6 Monaten ist die Datengrundlage für weiterreichende Schlussfolgerungen aber nicht ausreichend. Falls die Ergebnisse jedoch bestätigt und erweitert werden, könnten sie den Weg bereiten für eine neue Immuntherapie, die auf der Checkpoint-Inhibition bei Makrophagen basiert.

Finanzierung: Forty Seven, Leukemia and Lymphoma Society.