Doktor, ich habe gerade was gegessen!


  • Susanne Kressenstein
  • Medizinische Nachrichten
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Die Interpretation von zufällig erhobenen Blutzuckerwerten, die nicht nüchtern erhoben werden, ist nicht immer einfach. Ein Wert von über 200 mg/dl deutet ziemlich klar auf einen Diabetes hin. Die Frage ist, wie Werte unterhalb dieses Bereichs zu interpretieren sind.

Dieser Frage wurde im Rahmen einer US-amerikanischen Studie nachgegangen. Dazu werteten Forscher die Daten von über 7.000 Patienten aus, bei denen der Blutzucker zwei Stunden nach der letzten Mahlzeit gemessen wurde. Teilnehmer mit einem HbA1c-Wert von unter 5,7 Prozent wurden als normoglykämisch und diejenigen über 5,7 Prozent als dysglykämisch eingestuft.

Knapp jeder Dritte wurde laut dieser Einteilung als dysglykämisch eingestuft, vier Prozent der Patienten hatten einen bislang unbekannten Diabetes. Auffällig war, dass die Blutzuckerwerte bei den Dysglykämikern bis zu vier Stunden nach dem Essen bei über 100 mg/dl und damit rund 14 bis 18 mg/dl höher lagen als bei den Normoglykämikern. Die normoglykämischen Teilnehmer hatten bei allen Messungen Blutzuckerwerte unter 100 mg/dl, bei den Teilnehmern im dysglykämischen Bereich sank der Blutzuckerwert im Schnitt erst nach rund sechs Stunden unter 100 mg/dl.

Die Autoren der Studie gehen davon aus, dass zufällig ermittelte Blutzuckerwerte von über 100 mg/dl nach einer Nahrungsaufnahme ein starker Indikator für einen Diabetes seien und empfehlen hier weitere diagnostische Maßnahmen. Frühere Studien hatten auch bei Nichtdiabetikern nach dem Essen für bis zu drei Stunden erhöhte Blutzuckerwerte gemessen. Die Autoren vermuten, dass dies an dem Anteil von Teilnehmern mit einer bislang nichtdiagnostizierten Dysglykämie liege.