DKA-Risiko mit SGLT-2-Inhibitoren nahezu verdreifacht

  • Douros A & al.
  • Ann Intern Med
  • 28.07.2020

  • von Miriam Tucker
  • Clinical Essentials
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Erkenntnis

  • Natrium-Glukose-Cotransporter-2-Inhibitoren (SGLT-2i) sind im Vergleich zu Dipeptidylpeptidase-4-Inhibitoren (DPP-4i) bei Patienten mit Typ-2-Diabetes (T2D) mit einem nahezu dreimal höheren Risiko für eine diabetische Ketoazidose (DKA) assoziiert.
  • Der Zusammenhang scheint einen Klasseneffekt widerzuspiegeln.

Warum das wichtig ist

  • Die Anwendung von SGLT-2i-Präparaten nimmt aufgrund von positiven kardiovaskulären und renalen Wirkungen zu.

Studiendesign

  • Aus elektronischen Gesundheitsdatenbanken in Großbritannien und Kanada wurden 208.757 neue SGLT-2i-Anwender mit 208.757 neuen DPP-4i-Anwendern der Jahre 2013–2018 gematcht.  
  • Bei den angewendeten SGLT-2i-Präparaten handelte es sich um Canagliflozin bei 42,3 %, Dapagliflozin bei 30,7 % und Empagliflozin bei 27,0 %.
  • Finanzierung: Canadian Institutes of Health Research, andere Sponsoren.

Wesentliche Ergebnisse

  • Im Verlauf von im Mittel 0,9 Jahren wurden 521 Patienten mit DKA ins Krankenhaus eingewiesen (1,41 pro 1.000 Personenjahre).
  • Inzidenzraten von DKA (pro 1000 Personenjahre): 
    • 2,03 für SGLT-2i vs. 0,75 für DPP-4i.
    • Bereinigte HR: 2,85 (95 %-KI: 1,99–4,08).
  • Pro einzelne SGLT-2i-Gruppe waren die Inzidenzraten (95 %-KIs):
    • Dapagliflozin: 1,86 (1,11–3,10);
    • Empagliflozin: 2,52 (1,23–5,14) und 
    • Canagliflozin: 3,58 (2,13–6,03).
  • Die SGLT-2i-assoziierte DKA-Inzidenzrate war bei jenen mit gegenüber denen ohne vorherige Insulinanwendung höher (3,52 vs. 1,43).
  • Kein Unterschied nach Alter, Geschlecht oder Anwender-Typ, die Ergebnisse waren in Empfindlichkeitsanalysen konsistent.

Einschränkungen

  • Beobachtungsstudie, mögliche restliche Störfaktoren.
  • Keine Daten zu HbA1c und Adhärenz der Patienten.  
  • Die Prüfzentren unterschieden sich in der Anwendung von SGLT-2i.
  • Kurzer Nachbeobachtungszeitraum.