Diskussion über Kinderwunschbehandlungen

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Berlin (pag) – In die Debatte um Kinderwunschbehandlungen kommt Bewegung. Die FDP-Bundestagsabgeordnete Katrin Helling-Plahr wünscht sich eine Lockerung. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn zeigt sich gesprächsbereit.

 

In einem Positionspapier stößt Helling-Plahr an: Kinderwunschbehandlungen sollen in vollem Umfang unterstützt werden – unabhängig vom Familienmodell der Antragsteller. Mit diesem Thema beschäftigt sich auch FDP-Vorsitzender Christian Lindner in seinem Podcast „ein Thema, zwei Farben“. Sein Gast: Gesundheitsminister Spahn. Der Liberale will wissen: „Wie geht es da in Deutschland weiter, zum Beispiel bei der Finanzierung von Kinderwunschtherapien für Frauen, die über 40 Jahre alt sind?“ Der FDP-Politiker lässt erkennen, dass er die gegenwärtige Altersgrenze für den GKV-Zuschuss für reformbedürftig hält. „Müsste man nicht die individuelle Situation einer Frau zum Gegenstand machen?”, fragt er. Spahn zeigt sich offen dafür, das Thema Altersgrenze zu diskutieren – zumal es sich um einen Teilkostenzuschuss der gesetzlichen Krankenversicherung handele. Er weist allerdings darauf hin, dass an diesem Thema weitere Fragen hängen: Welche Untersuchungen werden vorgenommen – Stichwort Gendiagnostikgesetz? Und wie verhält es sich mit dem rechtlichen Rahmen für Samen- und Eizell-Spenden? Das betreffe auch das Familienrecht. Sein Fazit lautet: Es brauche keine Schnellschüsse, sondern eine Debatte, die zwar ideologiefrei, aber mit den nötigen Grundprinzipien zu führen sei.

Helling-Plahr hat in ihrem Papier noch weitere Forderungen: Eizell- und Embryonenspende sollten legalisiert werden – dafür will sie Zentralregister wie bei Samenspenden schaffen. Weiterhin will sie die nicht-kommerzielle Leihmutterschaft erlauben und fordert, dass eine Mehrelternschaft mit bis zu vier Personen akzeptiert wird. Darüber hinaus setzt sich die Abgeordnete für ein Familienrecht ein, dass auch „nichttraditionelle Familienkonstellationen“ anerkennt.