Digitale Medien belasten Jugendliche schon bei relativ kurzer Nutzungszeit


  • Susanne Kressenstein
  • Medizinische Nachrichten
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Alle drei Minuten der kurze Blick aufs Smartphone, Autorennen an der Spielkonsole und natürlich jede Menge Zeit im Internet –  bereits etwas über eine Stunde digitale Medien pro Tag tut der Psyche von Jugendlichen offensichtlich nicht gut. Das ist das Ergebnis einer Umfrage unter amerikanischen Schülern. Befragt wurden über eine Million Jugendliche.

Laut Studien nimmt die Zufriedenheit von Jugendlichen seit dem Jahr 2012 ab. Im gleichen Zeitraum stieg der Anteil an Jugendlichen mit Smartphone von 37 Prozent im Jahr 2012 auf knapp 90 Prozent im Jahr 2016. Wissenschaftler sehen hier eine Parallele. Eine aktuelle Studie unterstützt diese These. Dazu wurden Schüler der 8. und 10. Klasse zu ihrem Medienkonsum befragt. Jugendliche, die sich über sechs Stunden täglich mit sozialen Medien, Chats, Computerspielen und Internetsurfen beschäftigten, waren doppelt so häufig unglücklich wie Gleichaltrige, die sich deutlich weniger als eine Stunde pro Tag dafür Zeit nehmen. Bereits ab einer täglichen Nutzung von einer Stunde leidet die psychische Verfassung.

Dabei zeigte sich auch, dass eine völlige Abstinenz auch nicht die Lösung ist. Wer gar keinen Zugang zu digitalen Medien hatte, war unglücklicher als Gleichaltrige, die diese Medien ein bis zwei Stunden pro Woche nutzten. Der Schlüssel zu einer Nutzung digitaler Medien und Glück ist begrenzte Nutzung, so die Autoren der Umfrage. Die Wissenschaftler gehen davon aus, das es die Zeit vor den Monitoren ist, die unglücklich macht und nicht die schlechte psychische Verfassung, die Jugendliche vor den Bildschirm treibt. Frühere Studien stützen diese Hypothese.