Die Zirkumzision kann Männer, die Sex mit Männern haben, vor einer HIV-Infektion schützen


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Kernbotschaften

  • Die Zirkumzision schützt möglicherweise Männer, die Sex mit Männern haben (MSM), vor einer HIV-Infektion, vor allem in Ländern mit geringem und mittlerem Einkommen, zudem vor einer Infektion mit dem Herpes-simplex-Virus (HSV) und dem penilen humanen Papillomavirus (HPV).
  • MSM sollten bei Promotionskampagnen für die Zirkumzision bei Männern in Ländern mit geringem und niedrigen Einkommen berücksichtigt werden.
  • Es werden hochwertige Längsschnitt-Studien allein mit MSM  benötigt, da die wissenschaftliche Evidenz gering ist und der Anteil der bisexuellen Männer in den Studienpopulationen hoch.
MSM sind weltweit überproportional häufig betroffen von HIV und anderen sexuell übertragbaren Infektionen (STIs: sexually transmitted infections; darunter Syphilis, Gonorrhö, Chlamydien und HPV). Die Beschneidung schützt heterosexuelle Männer vor HIV, aber ihre Bedeutung bei MSM ist unklar. Die Autoren führten einen systematischen Review und eine Metaanalyse durch, um herauszufinden, ob MSM gleichermaßen von einer Zirkumzision profitieren.

Die Autoren suchten vor 2018 publizierte Interventions- und Beobachtungsstudien mit Informationen zum Zusammenhang zwischen Zirkumzision und Inzidenz sowie Prävalenz einer HIV-Infektion und anderen STis bei MSM. Studien wurden von der Analyse ausgeschlossen, wenn MSM nicht von Männern unterschieden werden konnten, die nur Sex mit Frauen haben.

Der systematische Review enthielt 62 Beobachtungsstudien. 

43 Studien (105009 Teilnehmer) wurden in die Metaanalyse zum Zusammenhang zwischen Zirkumzision und HIV-Infektion aufgenommen. Die Zirkumzision war bei MSM mit einer um 23 Prozent geringeren Wahrscheinlichkeit für eine HIV-Infektion assoziiert (OR 0.77; 95% CI 0.67-0.89; Zahl der Schätzungen [k]=45; Heterogenität I²=77%). Subgruppen-Analysen ergaben, dass die Zirkumzision MSM in Ländern mit geringem und mittlerem Einkommen schützte (OR 0.58; 0.41-0.83; k=23; I²=77%), aber nicht in Ländern mit hohem Einkommen (0.99; 0.90-1.09; k=20; I²=40%).

27 Studien (61411 Teilnehmer) wurden in die Metaanalyse zum Zusammenhang zwischen Zirkumzision und anderen sexuell übertragbaren Erkrankungen eingeschlossen. Die Zirkumzision war mit einer verminderten Wahrscheinlichkeit für eine HPV-Infektion (0.71; 0.51-0.99; k=3; I²=0%) nur bei HIV-infizierten MSM verbunden. Die Zirkumzision war für MSM insgesamt ein Schutz vor der HSV-Infektion (0.84; 0.75-0.95; k=5; I²=0%).

Die Ergebnisse unterschieden sich von denen zweier vorangegangener systematischer Reviews, aber dieser Review enthielt 22 zusätzliche Studien. Die Ergebnisse unterschieden sich von denen zweier vorangegangener systematischer Reviews, aber dieser Review enthielt 22 zusätzliche Studien. Es werden weitere Longitudinalstudien allein mit MSM und mit bisexuellen Männern benötigt, um den Effekt der Zirkumzision auf HIV und andere STIs, die von Männern auf Männer übertragen werden, besser charakterisieren zu können.

Limitierungen: Die Metaanalyse basiert auf Daten von Beobachtungsstudien. Dies könnte zur Folge haben, dass der Schutzeffekt der Zirkumzision überschätzt wird. Wenige Studien waren in mehreren Subgruppen-Kategorien enthalten.