Die Wiederaufnahme des Brustkrebs-Screenings nach Unterbrechung durch COVID-19 ist kein Kinderspiel

  • EBCC 2020
  • 13.10.2020

  • von Pavankumar Kamat
  • Studien – kurz & knapp
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Erkenntnis

  • Die Umsetzung einer optimalen Strategie zur Wiederaufnahme der Brustkrebs-Früherkennung nach Unterbrechung durch COVID-19 wird eine Herausforderung sein, wobei ein Gleichgewicht zwischen der Minimierung der Übersterblichkeit und der Beanspruchung der Programme gewahrt werden muss.

Warum das wichtig ist

  • In den Niederlanden ist die Zahl der Brustkrebs-Neudiagnosen seit Februar 2020 gegenüber dem bisherigen Niveau stark zurückgegangen.

Studiendesign

  • Niederländische Forscher führten eine Modellstudie durch, um 4 Strategien zur Wiederaufnahme des Brustkrebs-Screenings nach einer 6-monatigen Unterbrechung zu simulieren:
  1. Alles verzögert sich;
  2. Erste Runde ohne Verzögerung;
  3. Fortführung nach Altersstopp;
  4. Aufholen nach Stopp.
  • Finanzierung: keine.

Wesentliche Ergebnisse

  • 5872 Frauen wären in der zweiten Hälfte 2020 gescreent worden, falls das Screening ohne Unterbrechung weitergeführt worden wäre.
  • Die Screeningkapazität war im Wesentlichen bei allen Wiederanlaufstrategien ähnlich, mit Ausnahme der „Aufholen-nach-Stopp“-Strategie, für die eine Verdoppelung dieser Zahl erforderlich wäre.
  • Obwohl das zeitliche Muster der Brustkrebsinzidenz entsprechend der Wiederanlaufstrategie schon früh variierte, kehrte es wieder zu dem zurück, was bei ungestörter Früherkennung für alle 4 Strategien bis 2025 erwartet wird.
  • Langfristig stieg die Brustkrebsmortalität bei der „Aufholen-nach-Stopp“-Strategie leicht und vorübergehend über das erwartete Niveau an, bei den anderen Strategien wurden jedoch beträchtliche, lang anhaltende Zunahmen festgestellt.
  • Verglichen mit einem ungestörten Screening wäre die übermäßige Brustkrebssterblichkeit im Zeitraum 2020-2030 in absoluten Zahlen:
    • 181 mit der „Alles-verzögert-sich“-Strategie;
    • 155 mit der Strategie „Erste Runde ohne Verzögerung“;
    • 145 mit der Strategie „Fortführung nach Altersstopp“;
    • 14 mit der „Aufholen-nach-Stopp“-Strategie.

Einschränkungen

  • Das Modell basiert auf dem niederländischen Populations- und Screening-Programm.