Die WHO hat ihre Leitlinien zur hormonellen Kontrazeption bei Frauen mit hohem HIV-Risiko überarbeitet


  • Daniela Ovadia — Agenzia Zoe
  • Medical News
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Kernbotschaften

  • Mit den überarbeiteten Empfehlungen zur Kontrazeption bestätigt die WHO, dass Frauen mit hohem HIV-Risiko jede reversible Empfängnisverhütung verwenden können.
  • Jüngste Befunde zeigen, dass reine Progestogen-Injektionspräparate, Implantate und Intrauterinpessare (IUDs: intrauterine devices) das Risiko für sexuell übertragbare Infektionen nicht erhöhen. 
  • Die Kontrazeption muss unterstützt werden, ebenso der Kondom-Gebrauch und die HIV-Präexpositionsprophylaxe, insbesondere bei hohem Risiko.

Die WHO hat ihre Leitlinien zur hormonellen Kontrazeption bei Frauen mit hohem HIV-Risiko überarbeitet, um den neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen (basierend auf den Ergebnissen der ECHO-Studie) gerecht zu werden, wonach reversible empfängnisverhütende Methoden das Risiko für sexuell übertragbare Infektionen nicht erhöhen.

In der ECHO-Studie wurden keine statistisch signifikanten Unterschiede beim HIV-Risiko bei intramuskulärem Depot-Medroxyprogesteron acetat, Kupferspiralen und Levonorgestrel-Implantaten festgestellt, drei sicheren und sehr effektiven Verhütungsmethoden.

In der neuen Leitlinie zu den medizinischen Kriterien bei der Auswahl der Verhütungsmethode, die kontrazeptive Methoden in Abhängigkeit von bestimmten gesundheitlichen Faktoren und Risiken in vier Kategorien aufteilt, werden reine Progestogen-Injektionsmittel (PIC: progestogen-only injectable contraception) der Kategorie 1 zugeordnet; dies bedeutet, dass es keine Anwendungsbeschränkungen gibt (in der vorhergehenden Fassung der Leitlinie zählte PIC zu Kategorie 2; dies bedeutete, dass die Vorteile der Methode zwar die theoretischen oder belegten Risiken überwiegen, aber sorgfältiges Abwägen und Beratung erforderlich sind.

Die überarbeitete Fassung ist vor allem für Regionen mit hoher HIV-Übertragungsrate relevant, etwa Afrika, wo 24 Prozent der Frauen nur eingeschränkten Zugang zu Verhütungsmethoden haben. Die hormonelle Kontrazeption schützt nicht vor sexuell übertragbaren Infektionen, so dass die WHO die Notwendigkeit von Kondomen und einer Präexpositionsprophylaxe in diesen Regionen hervorhebt; um die Umsetzung der neuen Empfehlungen zu fördern, wird die WHO mit Gesundheitsministerien und anderen Organisation zusammenarbeiten.

„Wissenschaftliche Belege zeigen, dass Frauen mit HIV-Risiko sich bei ihrer Wahl der Verhütungsmethoden nicht einschränken müssen. Alle Frauen sollten Zugang zu einem großen Spektrum an kontrazeptiven Methoden haben, ebenso, falls notwendig, zur HIV-Prävention und Therapie“, sagte Dr, Peter Salama, Executive Director, Universal Health Coverage/Life Course bei der WHO.