Die Weltgesundheitsorganisation hat für HIV-Patienten Empfehlungen zu COVID-19 herausgegeben


  • Heather Mason
  • Medical News
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Die Weltgesundheitsorganisation hat für HIV-positive Menschen Antworten auf häufige Fragen zu COVID-19 veröffentlicht (17. März 2020).

Haben Menschen mit HIV (PLHIV) ein erhöhtes Risiko, mit dem COVID-19-Erreger infiziert zu werden?

  • Derzeit gibt es keine Hinweise auf ein erhöhtes Infektionsrisiko oder eine erhöhte Schwere der Erkrankung bei Menschen mit HIV. Sie sollten die gleichen Vorsichtsmaßnahmen wie die allgemeine Bevölkerung befolgen.
  • Die wichtigsten Risikofaktoren für eine erhöhte Mortalität sind hohes Alter und  Begleiterkrankungen, darunter: Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes, chronische Erkrankungen des Respirationstraktes und Bluthochdruck. 

Können antiretrovirale Medikamente zur Vorbeugung oder Behandlung von COVID-19 eingesetzt werden?

  • Einige Hinweise aus früheren SARS- und MERS-Ausbrüchen zeigen niedrigere Infektionsraten nach einer Postexpositions-Prophylaxe mit Ritonavir plus Lopinavir (LPV / r).
  • Einige Studien haben gute klinische Ergebnisse einer Therapie mit Ritonavir plus Lopinavir bei Patienten mit COVID-19 gezeigt.
  • Alle Studien waren jedoch klein und hatten viele Einschränkungen.

Könnte es zu Lieferengpässen für HIV-Positive kommen, wenn antiretrovirale Präparate bei COVID-19 eingesetzt werden?

  • Ein relativ geringer Anteil von Menschen mit HIV erhält Therapien, die LPV / r enthalten, da es sich dabei laut HIV-Behandlungsrichtlinien der WHO um eine Zweitlinien-Therapie handelt.
  • Stellen Sie sicher, dass Menschen mit HIV mindestens 30 Tage lang antiretroviral behandelt werden. Für diejenigen, die derzeit keine ART einnehmen, ist dies ein guter Zeitpunkt, um damit zu beginnen.
  • Empfohlen werden vereinfachte Verabreichungsmodelle für die ART empfohlen, einschließlich  der Verschreibung von Präparaten für mehrere Monate (3 - 6), um so die Häufigkeit von Besuchen in klinischen Einrichtungen zu verringern und die Kontinuität der Behandlung sicherzustellen.

Menschenrechte, Stigmatisierung und Diskriminierung

Die WHO arbeitet mit Partnern wie dem "UNAIDS Joint Programme " und dem "Global Network of People Living with HIV" zusammen, um sicherzustellen, dass es bei den Reaktionen auf COVID-19 zu keiner Erosion der Menschenrechte kommt und Menschen, die von HIV betroffen sind, den gleichen Zugang zu Versorgungsleistungen wie andere Menschen erhalten. Auch die Kontinuität der spezifischen Versorgung für HIV-Patienten soll so gesichert werden.