Die Stimulation des Vagusnervs soll die Rehabilitation nach Schlaganfall verbessern


  • Michael Simm
  • Studien – kurz & knapp
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Kernbotschaften

Eine randomisierte Pilotstudie mit 17 Patienten zeigt, dass die Kombination aus konventioneller Rehabilitation und Stimulation des Vagusnervs ein „akzeptables“ Sicherheitsprofil hat und tendenziell – aber nicht signifikant - wirksamer ist als eine Scheinstimulation.

Hintergrund

Zu den häufigsten Behinderungen nach einem Schlaganfall gehören Beeinträchtigungen beim Gebrauch eines Armes; für viele Patienten sind Verbesserungen in diesem Bereich besonders wichtig. Da Studien zu einer Intensivierung spezifischer Trainingsaufgaben enttäuscht haben, sind neue Methoden gefragt, die eine möglichst gute Genesung erreichen können. Die elektrische Stimulation des Vagusnervs ist eine dieser Methode; im Tiermodell konnten damit bereits eine erhöhte Plastizität sowie verbesserte Vorderbeinfunktion erreicht werden.

Design

Randomisierte, doppel-blinde Pilotstudie mit 17 Patienten, denen allen ein Vagusnervstimulator implantiert wurde. Nach einer einwöchigen Erholungsphase erhielt die Interventionsgruppe eine Stimulation des Vagusnervs (VNS) mit 0,8 mA, die Kontrollgruppe dagegen mit 0,0 mA, also eine Scheinstimulation. Anschließend begann eine 6-wöchige konventionelle Rehabilitation in der Klinik mit 3 Einheiten / Woche. Das wichtigste Instrument zur Erfassung der Wirksamkeit war die Veränderung beim Fugi-Meyer assessment-upper extremity (FMA-UE).

Hauptergebnisse

  • Alle Teilnehmer absolvierten den vollständigen Therapiekurs.
  • Es gab 3 schwere Nebenwirkungen im Zusammenhang mit der Implantation.
  • Die FMA-UE-Werte verbesserten sich im Vergleich zum Ausgangswert bis zum 1. Tag nach der Rehabilitation in der Klinik um 7,6 Einheiten mit aktiver VNS und um 5,3 Punkte mit Scheinstimulation (Differenz 2,3 Punkte; 95%-Konfidenzintervall KI -1,8 bis 6,4; P=0,20).
  • Nach 90 Tagen hatten sich die Ausgangswerte in der Interventionsgruppe um 9,5 Punkte verbessert gegenüber 3,8 bei den Kontrollen (Differenz 5,7 Punkte; KI -1,4 bis 11,5; P=0,055).
  • Der Anteil der Patienten mit klinisch bedeutsamen Verbesserungen gemäß FMA-EU betrug nach 90 Tagen mit Stimulation 88 % und mit Scheinstimulation 33 % (P

Klinische Bedeutung

Bei der Rehabilitation von Patienten, deren Arme nach einem Schlaganfall gelähmt sind, gibt es noch viel Raum für Verbesserungen. Wie nützlich dabei eine Vagusnervstimulation sein kann, lässt sich anhand dieser Pilotstudie noch nicht abschätzen. Mit dem Nachweis einer „ausreichenden Sicherheit, Machbarkeit und potenziellen Wirksamkeit“ wurde aber die Grundlage für eine größere Studie mit hinlänglicher statistischer Power gelegt.

Finanzierung: MicroTransponder Inc.