Die Spermienqualität ist mit Boxershorts besser als mit Slips


  • Michael Simm
  • Studien – kurz & knapp
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Kernbotschaften

Eine Befragung von 656 Männern mit Fertilitätsstörungen offenbarte eine Korrelation der Samenqualität und -zahl mit der Art der Unterwäsche. Boxershorts scheinen eher förderlich zu sein, enge Slips dagegen schädlich.

Hintergrund

Erhöhte Temperaturen in den Hoden haben negative Auswirkungen auf deren Funktion. Dies lässt erwarten, dass weite Unterhosen bei Männern als Indikator für eine niedrigere Skrotum-Temperatur mit besserer Spermien-Funktion korrelieren.

Design

Befragt wurden 656 männliche Partner von Paaren, die in den Jahren 2000 bis 2017 ein spezialisiertes Zentrum für eine Fruchtbarkeitsbehandlung aufgesucht hatten (medianes Alter 35,5 Jahre, BMI 26,3). Auf Fragebögen berichteten die Männer über die Art der Unterwäsche, die sie gewöhnlich trugen. Außerdem wurden Samenproben gemäß der WHO-Richtlinien analysiert, ein Comet-Assay zum Nachweis von DNA-Schäden der Spermien durchgeführt und die Hormonspiegel mittels Immunassays bestimmt.

Hauptergebnisse

  • Etwa die Hälfte der Männer trug normalerweise Boxershorts. Sie hatten eine um 25 % höhere Spermienkonzentration, 17 % höhere Spermienzahl, und 14 % niedrigere Spiegel an follikelstimulierendem Hormon (FSH) als Männer, die primär enge Slips trugen.
  • Die Spermienkonzentration und -zahl korrelierte negativ mit dem Serum-FSH.

Klinische Bedeutung

Der Schluss, dass enge Unterhosen die Hodentemperatur erhöhen und damit die Spermienqualität bzw. deren Zahl beeinträchtigen, ist plausibel und wird durch die erhobenen Daten unterstützt. Die höhere Konzentration von FSH bei Männern mit engen Unterhosen wird als Kompensation des Körpers auf die reduzierte Spermienzahl gedeutet; dies könnte ein Ansatzpunkt für weitere (interventionelle) Studien sein. Unklar ist aber, ob die Befunde von den Besuchern eines Fertilitätszentrums auf die männliche Bevölkerung insgesamt übertragen werden können.

Finanzierung: National Institutes of Health.