Die Prävalenz der Dyslipidämie ist bei HIV-infizierten Kindern unter cART erhöht


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Kernbotschaften

  • Abnorme Lipidprofile wurden in beiden Studien-Gruppen beobachtet: bei therapie-erfahrenen und bei cART-naiven Kindern mit HIV-Infektion.
  • Die Prävalenz der Dyslipidämie, vor allem niedrige HDL-C-Werte und Hypertriglyzeridämie, war bei HIV-infizierten Kindern mit cART signifikant höher.
  • Die Überwachung unerwünschter Effekte der Langzeit-cART, einschließlich der Dyslipidämie, ist notwendig. 

Eine Dyslipidämie bei Kindern wurde bereits früher in Verbindung gebracht mit Risiken für kardiovaskuläre Probleme und einem schlechten Verlauf unter cART. Ziel der Autoren war, Prävalenz und Zusammenhänge von abnormen Lipidprofilen bei HIV-infizierten äthiopischen Kindern zu analysieren und den Unterschied zwischen cART-naiven und cART-erfahrenen Kindern zu untersuchen. Die Langzeit-Nebenwirkungen der cART zu minimieren ist angesichts der steigenden Lebensdauer von HIV-infizierten Kindern, sehr wichtig. 

Die vergleichende Querschnittstudie verwendete Daten von zwei prospektiven pädiatrischen Kohorten: EPHIC mit HIV-infizierten Kindern, die seit mindestens sechs Monaten eine cART erhielten, und EPDOS mit cART-naiven, HIV-positiven Kindern. Aufgezeichnet wurden demografische und klinische Daten, Lipidprofile, cART-Typ, Therapie-Adhärenz und cART-Dauer. Als abnorme Lipidwerte galten Gesamtcholesterin über 200 mg/dl, Triglyzeride über 150 mg/dl, LDL-C über 130/dl und ein HDL-C unter 40 mg/dl. Zwischen beiden Gruppen wurden Häufigkeit und Vorhersageparameter einer Dyslipidämie verglichen. Aufgenommen wurden 105 therapie-naive Kinder mit HIV-Infektion und 215 Kinder, die eine Erstlinien-cART erhielten (medianes Alter 11 Jahre [Interquartilsbereich 7,01 - 14,0], Geschlecht männlich 49 % [165].

Eine Dyslipidämie war bei cART-erfahrenen Kindern signifikant häufiger als bei cART-naiven Kindern: 70,2% beziehungsweise 58,1% hatten mindestens einen abnormen Lipidwert (p=0,033).

Ein signifikant größerer Anteil der cART-erfahrenen Kinder hatte im Vergleich zu den cART-naiven Kindern niedrige HDL-C-Werte (40,2% versus 23,4%; p=0,006).

Darüber hinaus war die Prävalenz der Hypertriglyzeridämie bei den cART-erfahrenen Kindern größer (47,2% versus 35,8%, p=0,02).

Keine Unterschiede wurden bei erhöhten Gesamtcholesterin-  und LDL-C-Werten festgestellt. Der Ernährungsstatus war nur bei therapie-naiven Kindern mit einer Dyslipidämie assoziiert.

Limitierungen: Es konnten keine Nüchtern-Lipidwerte ermittelt werden, da es sehr schwer ist, sicherzustellen, dass kleine Kinder in der Nacht weder essen noch trinken. Die CD8-Werte wurden nicht bestimmt; die Wirkung von CD8 und CD4/CD8-Verhältnis auf abnorme Lipidprofile wurde nicht beurteilt.