Die Präexpositions-Prophylaxe senkt die HIV-Infektionsrate von Personen mit hohem Risiko


  • Daniela Ovadia — Agenzia Zoe
  • Medical News
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Kernbotschaften

  • Bei Erwachsenen mit erhöhtem HIV-Infektionsrisiko ist die Präexpositions-Prophylaxe (PrEP) mit einer Monotherapie aus oralem Tenofovir disoproxil fumarat oder mit Tenofovir disoproxil fumarat/Emtricitabin im Vergleich zu Placebo mit einem verminderten HIV-Risiko verbunden. 
  • Größere Adhärenz zur PrEP ist mit einer größeren Effektivität assoziiert (Risikoreduktion ~75% bei einer Adhärenz ≥70%).
  • Die Ergebnisse wurden von der United States Preventive Services Task Force für neue Empfehlungen zur Prävention der HIV-Infektion mit PrEP verwendet.

Um das Risiko einer HIV-Infektion zu senken, enthält die PrEP eine ART am Tag, vor oder nach Ereignissen, bei denen möglicherweise HIV-Exposition bestand (Sex, Gebrauch injizierbarer Drogen usw.). Dies könnte eine neue Prävention-Strategie im öffentlichen Gesundheitswesen darstellen.

In diesem systematischen Bericht haben die Autoren die Belege zum Nutzen und Schaden der PrEP, zu Methoden zur Vorhersage einer HIV-Infektion und zur PrEP-Adhärenz zusammengefasst, die in früheren Studien bei Personen mit erhöhtem HIV-Risiko untersucht wurden (Männer, die Sex mit Männern haben, Transgender-Frauen, Personen, die Drogen injizieren, riskante heterosexuelle Kontakte). Für den Bericht wurden 14 randomisierte klinische Studien, acht Beobachtungsstudien und sieben Studien zur diagnostischen Treffsicherheit berücksichtigt. Elf Studien (18.172 Teilnehmer) untersuchten die Rolle der PrEP (Monotherapie aus oralem Tenofovir disoproxil fumarat oder Tenofovir disoproxil fumarat/Emtricitabin), wobei die Beobachtungsdauer von vier Monaten bis vier Jahre reichte. 

Die PrEP war im Vergleich zu Placebo oder keiner PrEP mit einer Reduktion des HIV-Infektionsrisikos assoziiert (relatives Risiko 0,46, absolute Risikoreduktion 2,0 Prozentpunkte).

Die Analyse von 6 Studien (n = 7.328) zeigte, dass eine größere Adhärenz (≥70%) mit einer größeren Effektivität verbunden war (RR 0,27).

Im Vergleich zu Placebo war die PrEP verbunden mit einem erhöhten Risiko für renale (12 Studien [n=18.170]; RR 1,43; ARD 0,56%) und gastrointestinale Nebenwirkungen (12 Studien [n=18.300]; RR 1,63; ARD 1,95%), aber nicht mit einem erhöhten Risiko für Frakturen oder für andere Infektionen; die meisten unerwünschten Wirkungen waren leicht und reversibel.
 
Alle Verfahren zur Vorhersage einer HIV-Infektion müssen erneut validiert werden, da ihr Unterscheidungsvermögen nur moderat war.
 
Studien bei Männern in den USA, die Sex mit Männern haben, zeigen, dass die Adhärenz stark variiert (22% - 90%) und generell bei jüngeren Männern (16 - 20 Jahre) geringer war.
 
Der Bericht war von der United States Preventive Services Task Force in Auftrag gegeben worden, um eine neue Empfehlung zur HIV-Prävention mit der PrEP bei Hochrisiko-Personen zu entwickeln.
 
Limitierungen: Berücksichtigt wurden nur englisch-sprachige Beiträge; möglicher Bias infolge von Effekten einer kleiner Stichprobe; die Übertragbarkeit der Ergebnisse auf Heterosexuelle oder auf Menschen in den USA, die Drogen injizieren, ist begrenzt, weil Studien mit solchen Populationen in Afrika oder in Asien durchgeführt wurden.