Die Mortalität von HIV-Infizierten ist nach einem Typ-2-Infarkt hoch


  • Daniela Ovadia — Agenzia Zoe
  • Medical News
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Kernbotschaften

  • In einer großen Kohorte von HIV-Positiven war die Mortalität nach einem Herzinfarkt hoch, vor allem nach einem Typ-2-Myokardinfarkt (T2MI). Die Mortalität nach einem Typ-1-Infarkt ähnelte der in der Allgemeinbevölkerung. 
  • Eine renale Dysfunktion vor dem Infarkt und eine hohe Virus-Last waren mit einer erhöhten Mortalität nach beiden Infarkt-Typen assoziiert; höheres Alter dagegen ging nur nach einem T1MI mit einer erhöhten Mortalität einher, nicht aber nach einem T2MI; ein  niedriger BMI wiederum war nur nach einem T2MI mit einer erhöhten Sterberate verbunden.
  • Die Ergebnisse der Studie können für HIV-Infizierte mit Herzinfarkt wegen der klinischen, demografischen und pathophysiologischen Unterschiede zwischen den beiden Infarkt-Typen besonders relevant sein; allerdings ist noch weitere Forschung notwendig.

Im Vergleich zu nicht-infizierten Personen haben HIV-Positive ein größeres Risiko für einen Herzinfarkt und häufiger einen Typ-2-Infarkt (T2MI, bedingt durch ein Missverhältnis zwischen kardialer Sauerstoffversorgung und Bedarf).

Ty-2-Infarkte sind in den Allgemeinbevölkerung mit einer höheren Mortalität als Typ-1-Infarkte (meist infolge einer Plaque-Ruptur und Thrombose) assoziiert. Die Autoren der Studie wollten die Mortalitäts-Muster nach beiden Infarkt-Typen bei HIV-Infizierten untersuchen, und zwar durch die  lange Beobachtung einer großen, geografisch und ethnisch unterschiedlichen HIV-Kohorte. Dazu verwendeten sie die Kohorte der „US-based Centers for AIDS Research Network of Integrated Clinical Systems“ (CNICS). Analysiert wurden Daten von sechs von acht HIV-Zentren in den USA, die zu CNICS gehörten. Zwei Kardiologen bestimmten unabhängig voneinander, ob die Teilnehmer einen tatsächlichen, wahrscheinlichen oder eben keinen Herzinfarkt hatten (zwischen 1996 und 2014). 

Von 28.186 HIV-Positiven hatten 596 (2,1%) einen Myokardinfarkt, 293 einen T1MI und 303 einen T2MI.

Die Analyse zeigt, dass HIV-Positive mit T2MI besonders gefährdet waren, früh während des weiteren Verlaufes zu sterben; die Mortalität betrug 1,3 und 5 Jahre nach T2MI 39%, 52% und 62%, nach T1MI betrug sie 15%, 22% und 30%.

Mehrere HIV-assoziierte Faktoren, bestimmt mit einem bestimmten stochastischen Verfahren (BMA: Bayesian Model Averaging), prognostizierten am ehesten die Mortalität nach einem Infarkt.

Vorhersageparameter für eine erhöhte Mortalität nach einem T1MI waren höhere Virus-Last, geringe eGFR ((2) und höheres Alter. Mortalitäts-Prädiktoren beim T2MI waren niedriger BMI (400 Kopien/ml).

Die Ergebnisse zeigen, wie wichtig es ist, die Infarkt-Typen getrennt voneinander zu betrachten und weitere Studien durchzuführen, um den optimalen Weg zur Morbiditäts und Mortalitäts-Prävention bei HIV-Positiven nach T1MI und T2MI zu finden. 

Limitierungen: Die Heterogenität der Pathophysiologie von Typ-2-Infarkten; die Möglichkeit, dass Infarkte auch bei Patienten ausserhalb der CNIS-Zentren auftreten; zudem handelt es sich um eine Beobachtungsstudie.