Die HIV-Epidemie besser verstehen: Start der größten systematischen epidemiologischen Studie in Europa


  • Dr. Stefanie Reinberger
  • Medizinische Nachrichten
Der Zugang zum gesamten Inhalt dieser Seite ist nur Angehörigen medizinischer Fachkreise vorbehalten. Der Zugang zum gesamten Inhalt dieser Seite ist nur Angehörigen medizinischer Fachkreise vorbehalten.
  • Am Institut für HIV-Forschung der Universität Duisburg-Essen wird derzeit die in Europa größte systematische epidemiologische Studie für HIV und andere sexuell übertragbare Krankheiten (STI) vorbereitet.

  • Die Studie startet Anfang 2019 in mehreren europäischen Städten.

  • Ziel ist, besser zu verstehen, wie häufige STI entstehen und sich verbreiten, und wie zuverlässig vorbeugende Maßnahmen sind.

Hintergrund

STI gehören zu den häufigsten Infektionskrankheiten und sind ein bedeutendes globales Gesundheitsproblem. Weltweit treten laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) mehr als 400 Millionen neuer Fälle der vier häufigsten STI (Chlamydia trachomatis, Neisseria gonorrhoeae, Syphilis und Trichomonas vaginalis) auf. Ziel der europäischen Studie ist, die Verbreitung von STI einschließlich HIV-Infektionen besser zu verstehen, um diese Infektionskrankheiten künftig besser verhindern zu können.

Studiendesign und Ziele

  • Die Studie startet Anfang 2019 in mehreren europäischen Städten, darunter Barcelona, Bordeaux, Breslau, Budapest, Danzig, Madrid, Mailand, Paris, Rom, Stettin und Warschau. Eine ähnliche Studie läuft bereits in Berlin, Essen, Bochum, München, Hamburg, Köln und Frankfurt/M.

  • In beide Studien sollen insgesamt 5.500 Personen mit erhöhtem Risiko für STI eingeschlossen werden.

  • Die Studie geht unter anderem der Frage nach, wie es zu HIV- und Hepatitis-Epidemien kommt und wie sich sexuell übertragbare Infektionen in Risikogruppen verbreiten.

  • Parallel zur Studie wird ein europäisches Präventionsnetzwerk für HIV und STI aufgebaut. In diesem arbeiten Forschungsinstitute, Universitäten, Kliniken und Privatpraxen zusammen.

  • Das Netzwerk erforscht auch die HIV-Infektion, die mittlerweile zwar behandelt und kontrolliert, aber noch nicht geheilt werden kann. Es soll Aufschluss darüber geben, wer ein Risiko hat, sich mit HIV zu infizieren und wie neue Präventionsmethoden dazu beitragen können, die HIV-Ausbreitung einzudämmen.

  • Die Forschergruppe wird außerdem untersuchen, wie sich die Einführung der Präexpositionspropylaxe (PrEP) auswirkt und das Auftreten von HIV und STIs im Laufe der Zeit verändert.

Klinische Bedeutung

STI sind ein bedeutendes globales Gesundheitsproblem und gehören zu den häufigsten Infektionen weltweit. "Leider wurden bislang nur für wenige dieser Erkrankungen Präventionsmethoden entwickelt", s agt Projektleiter Prof. Streeck, Institut für HIV-Forschung an der Universität Duisburg-Essen. „Ziel ist, die Ausbreitung der sexuell übertragbaren Infektionskrankheiten zu verstehen, um Methoden für das Management dieser Infektionen zu entwickeln.“

Projektpartner und Finanzierung
Projektpartner sind unter anderem das Institut für HIV-Forschung an Universität Duisburg-Essen, und die Janssen Vaccines & Prevention B.V. als Teil der Janssen Pharmaceutical Companies von Johnson & Johnson.