Die heutige psychosoziale Belastung von HIV-positiven Männern, die Sex mit Männern haben


  • Heather Mason
  • Medical News
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Eine Studie in den Niederlanden mit HIV-positiven Männern, die Sex mit Männern (MSM) haben, zeigte, dass einer von drei Teilnehmern sich durch das Leben mit HIV psychosozial belastet fühlte. Die Studie, in der unterschiedliche Methoden verwendet wurden, ist im Fachmagazin „The Lancet HIV“ erschienen.

Im ersten Teil der Studie wurden 18 MSM anhand von halbstrukturierten Fragen eingehend befragt. Die Ergebnisse dieser Interviews wurden in Elemente konvertiert, so dass die HIV-bedingte Belastung quantifiziert werden konnte; verwendet wurde dazu  7-Punkte-Likert-Skalen. Die Fragebögen wurden über Gay-Dating-Apps oder Websites und soziale Medien verteilt.

Die Forscher verwendeten deskriptive Analysen, um die Prävalenz der Belastung darzustellen und Unterschiede in der Belastung der Männer während verschiedener antiretroviraler Therapieperioden zu untersuchen. Soziodemografische Belastungsdeterminanten wurden mit der multinomialen logistischen Regression untersucht. 

Die Befragungen zeigten, dass es nach der Diagnose Aspekte der medizinischen Versorgung und die psychischen Effekte der Diagnose waren, die vorübergehend belastend wirkten. Anhaltend belastend waren dann Aspekte im Zusammenhang mit der Offenlegung des HIV-Status, Stigmatisierung sowie das sexuelle und soziale Leben. 

Im zweiten Teil der Studie gaben 135 (31%) von 438 Online-Befragten an, dass das Leben mit HIV im Allgemeinen als belastend empfunden wird; 361 (82%) sagten, dass es eine Entlastung wäre, könnte die Virus-Erkrankung geheilt werden.

Darüber hinaus führte HIV bei 61 (14%) zu Gefühlen von Wut, bei 79 (18%) zu Traurigkeit, bei 80 (18%) zu Stress, bei 68 (16%) zu Minderwertigkeisgefühlen und bei 74 (17%) zu Einsamkeit; Schamgefühle wurden von mehr als einem Viertel der Befragten angegeben (n = 112, 26%).

Diese Ergebnisse erinnern an den Einfluss, den HIV im Laufe des Lebens eines Menschen trotz großer medizinischer Fortschritte weiterhin hat. Die Autoren betonen die Bedeutung der Forschung zu kurativen Therapien, der Anti Stigmatisierung-Programme sowie der psychosozialen Betreuung und Beratung in Verbindung mit der medizinischen Standardversorgung für HIV-positive MSM.