Die antiretrovirale Strategie „Testen-und Therapieren“ kann die Auswirkungen von HIV auf Bevölkerungsebene reduzieren


  • Daniela Ovadia — Agenzia Zoe
  • Medical News
Der Zugang zum gesamten Inhalt dieser Seite ist nur Angehörigen medizinischer Fachkreise vorbehalten. Der Zugang zum gesamten Inhalt dieser Seite ist nur Angehörigen medizinischer Fachkreise vorbehalten.

Kernbotschaften

  • Die Studie analysierte Daten von 37 Ländern in Europa und Zentralasien und stützt die Übernahme von TuT-Programmen der antiretroviralen Therapie (ART).
  • Ein rascher ART-Beginn ist im Vergleich zu einem Behandlungsbeginn ab CD4-Zahlen ≤350 Zellen/µl auf Bevölkerungsebene mit wesentlichen Verbesserungen beim Zugang zur Therapie und der Virus-Suppression assoziiert.
  • Bei einem Start der ART ab CD4-Zahlen ≤500 Zellen/µl wird eine ähnliche Virus-Suppression wie bei der TuT-Vorgehensweise erzielt, aber keine ähnliche antiretrovirale Abdeckung.

Die Vorteile der TuT-Programme bei HIV, wie von der WHO und der EACS (European AIDS Clinical Society) 2015 zur Reduktion der HIV-assoziierten Morbidität, Mortalität und Virus-Übertragung empfohlen, sind auf individueller Ebene gezeigt worden. Unklar ist jedoch, welche Auswirkungen ein sofortiger Start der ART nach der Diagnose auf Bevölkerungsebene hat.

Analysen von Daten aus 37 Ländern Europas und Zentralasiens zur Prävalenz der HIV-Infektion, zu ART-Leitlinien, zur ART-Abdeckung und Virus-Suppression zeigen, dass TuT-Programme auf Bevölkerungsebene mit wesentlichen Verbesserungen beim Zugang zur Therapie und bei der Virus-Suppression einhergehen; dies traf auch dann zu, wenn mögliche verzerrende Faktoren berücksichtigt wurden.

In der Tat stieg in Ländern mit einer TuT-Politik im Vergleich zu Ländern mit einem Behandlungsbeginn ab CD4-Zahlen ≤350Zellen/µl die Zahl Patienten mit ART um 15,2% (P=0,039). Um 15,8% (P=0,023) stieg darüber hinaus die Zahl der Patienten mit Virus-Suppression unter ART.

Erreicht wurde eine stärkere Virus-Suppression auch bei einem Behandlungsbeginn ab CD4-Zahlen ≤500 Zellen/µl (15,1%; P=0,023) im Vergleich zu einem sehr restriktiven Therapie-Start; bei der Abdeckung mit antiretroviralen Therapien gab es allerdings keine statistisch signifikanten Unterschiede.

Insgesamt zeigen die Ergebnisse, dass die TuT-Strategie eine effektive Methode ist, um die Belastung durch mit HIV assoziierten Erkrankungen zu reduzieren und das UNAIDS-Ziel 90-90-90 für das Jahr 2020 zu erreichen.

Limitierungen: das Risiko einer Fehlinterpretation der statistischen Daten; Unsicherheit über die Implementierung von Leitlinien, da die Daten aus unterschiedlichen Jahren stammen und auf unterschiedliche Weise gewonnen wurden; kleine Stichprobe.