Diastolische Herzinsuffizienz: regelmäßiges körperliches Training schützt


  • Thomas Kron
  • Studien – kurz & knapp
Der Zugang zum gesamten Inhalt dieser Seite ist nur Angehörigen medizinischer Fachkreise vorbehalten. Der Zugang zum gesamten Inhalt dieser Seite ist nur Angehörigen medizinischer Fachkreise vorbehalten.

Kernbotschaft

Regelmäßiges Training kann bei sportlich inaktiven Menschen mittleren Alters die Fitness steigern und die Steifigkeit des Myokards mindern. So könnten sie auch einer Herzinsuffizienz mit erhaltener Ejektionsfraktion vorbeugen.

Hauptergebnisse

Von den Probanden der Sport-Gruppe hielten 88 Prozent zwei Jahre durch. Ihre maximale Sauerstoff-Aufnahme (Vo2max) stieg innerhalb dieser Zeit um 18 Prozent. In der Kontroll-Gruppe nahm die Vo2max nicht zu, sondern ein wenig ab:

  • Sport-Gruppe: zu Beginn 29,0, nach zwei Jahren 34,4
  • Kontroll-Gruppe: zu Beginn 29,5, nach zwei Jahren 28,7

In der Sport-Gruppe nahm außerdem die linksventrikuläre Steifigkeit ab, in der Kontroll-Gruppe gab es keine Änderung. 

Design

Prospektive, randomisierte und kontrollierte Studie mit 61 Probanden (52 Prozent Frauen), Durchschnittsalter 53 Jahre (45 bis 64 Jahre) körperlich überwiegend inaktiv. 34 Probanden absolvierten während der zweijährigen Studien-Dauer ein Sportprogramm; sie trainierten wie offiziell empfohlen vier- oder fünfmal pro Woche mindestens 30 Minuten; eine wöchentliche Trainingseinheit bestand aus einem intensiven 30-minütigen Training mit vier Belastungsphasen von je vier Minuten Dauer, bei denen die Probanden eine Herzfrequenz von mindestens 95 Prozent ihrer maximalen Herzfrequenz erreichten. Andere Trainingseinheiten bestanden aus Training mit moderater Intensität. Außer einem Ausdauer-Training nahmen die Probanden auch an einem Kraft-Training teil. Die 27 Probanden der Kontroll-Gruppe nahmen an Yoga- und Gleichgewichts-Übungen teil.  

Unterschungsmethoden: Rechts-Herz-Katheterisierung und 3D-Echokardiographie. Außerdem wurde die Vo2max bestimmt. 

Finanzierung: National Institutes of Health

Klinische Bedeutung

In den westlichen Industrienationen steigen Prävalenz und Inzidenz der diastolischen Herzinsuffizienz. Anders als bei der Herzinsuffizienz mit verminderter Auswurfleistung gibt es bei der diastolischen Herzinsuffizienz deutlich weniger pharmakologische Therapie-Optionen. Eine wichtige Behandlungs-Option ist daher regelmäßiges körperliches Training. Die positive Auswirkung eines strukturierten körperlichen Trainings auf die maximale körperliche Belastbarkeit (maximale Sauerstoffaufnahme) und die Lebensqualität wurde bereits in kleineren Studien nachgewiesen. Dies gilt auch für die kardiale Steifigkeit. Die aktuelle Studie bestätigt nun diese früheren Forschungsbefunde. Sie zeigt vor allem, dass Menschen mittleren Alters, die viele Jahre körperlich überwiegend inaktiv gewesen sind, durch regelmäßigen Sport das Altern des Myokards bremsen können.