Diagnose per Foto bei kindlichen Hauterkrankungen


  • Susanne Kressenstein
  • Medizinische Nachrichten
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Viele Eltern würden sich vermutlich freuen, denn sie könnten mit ihren kranken Kindern zuhause bleiben. Dermatologen würden entlastet werden. Die Daten einer kleineren prospektiven Studie zeigen, dass ein Handyfoto den Besuch beim Arzt eventuell überflüssig machen könnte.

40 Eltern, die mit ihren Kindern zu einer ersten Untersuchung in eine dermatologische Klinik kamen, wurden im Wartezimmer gebeten, mit ihrem Smartphone Bilder von den betroffenen Hautarealen ihrer Kinder zu machen. Die Kinder waren durchschnittlich sieben Jahre alt. Die Smartphones waren nicht älter als vier Jahre und hatten mindestens eine 8-Megapixel-Auflösung. Die Hälfte der Eltern erhielt Tipps wie man am besten aussagekräftige Bilder schießt, die andere Hälfte bekam keine speziellen Anweisungen. Über eine App wurden die Daten an die Dermatologen weitergeleitet. Zusammen mit den Bildern übertrugen die Eltern auch einen ausgefüllten Fragebogen mit Informationen zum Kind und seiner Erkrankung. Im Anschluss wurden alle Kinder persönlich von einem Dermatologen untersucht. Die übertragenen Bilder waren überraschend gut. Lediglich bei drei von Kindern waren die Bilder von der Qualität her so schlecht, dass keine Ferndiagnose gestellt werden konnte.

Die Konkordanz von Fern- und persönlicher Diagnose lag bei 83 Prozent. Wurden die Bilder mit schlechter Qualität ausgeschlossen, lag dieser Wert sogar bei 89 Prozent. Je nach Diagnose war die Übereinstimmung unterschiedlich gut. Muttermale wurden mit 100 Prozent per Foto richtig diagnostiziert, diverse Ausschläge zu 92 Prozent. Alopezie war offensichtlich deutlich schwieriger anhand des Bildmaterials zu bestimmten. Hier lag die Konkordanz lediglich bei 64 Prozent.

Keinen wesentlichen Unterschied machte es, ob die Eltern in Sachen informative Fotos geschult wurden oder nicht. Auch die Konkordanz zwischen den beiden Diagnoseformen war bei den geschulten Eltern nur leicht höher. Die meisten teilnehmenden Eltern waren mit der Diagnose per Foto sehr zufrieden. Die meisten gaben an, sie würden in Zukunft mit ihren kranken Kindern lieber erst mal zuhause bleiben und stattdessen nur ein Foto schicken. Die Autoren betonen, dass Kinder mit schwieriger zu stellenden oder gefährlicheren Befunden, so schneller einen Termin beim Dermatologen bekommen würden.