Diabetische Fußulzera mit akustischen Wellen heilen


  • Susanne Kressenstein
  • Medizinische Nachrichten
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Bereits vor 30 Jahren wurden akustische Stoßwellen zur Zertrümmerung von Harn- und Nierensteinen eingeführt. Aufgrund der Daten von zwei neuen klinischen Studien über den Einsatz der Methode zur Heilung von diabetischen Fußulzera hat die US-Arzneimittelbehörde FDA dieses Verfahren jetzt zugelassen. In Europa wird das zugehörige Gerät bereits vertrieben. Die Idee dahinter ist, dass diese akustischen Wellen im Körpergewebe Zug- und Druckspannungen erzeugen. Dadurch soll die Durchblutung verbessert und die Wundheilung unterstützt werden. Der Hersteller spricht hier von dem PACE-Verfahren. PACE steht dabei für Pulsed Acoustic Cellular Expression.

Im Rahmen von zwei randomisierten doppelblinden Studien an insgesamt 336 Patienten mit Diabetes wurde das Gerät auf die Oberfläche der Ulzera gehalten, das bei der Hälfte der Patienten Stoßwellen abgab. Zusätzlich erhielten alle Teilnehmer die gleiche Behandlung mit einem Wund-Débridement und Verbänden. Auf eine gleichmäßige Verteilung der Patienten mit guten und schlecht eingestelltem Blutzucker auf Verum- und Plazebogruppe wurde geachtet.

Nach einem knappen halben Jahr waren die Ulzera bei 44 Prozent der Stoßwellen-Patienten gut verschlossen, bei den Teilnehmern der Kontrollgruppe, die keine Stoßwellen erhalten hatten, lag dieser Wert bei 30 Prozent.

Die Behandlung war jedoch nicht ohne Nebenwirkungen. Am häufigsten traten Schmerzen unter der Behandlung auf. Daneben kam es mitunter zu Taubheitsgefühlen, Blutergüssen, Infektionen innerhalb und außerhalb der Wunde, Fieber und sogar Migräne. Die Behandlung darf keinesfalls bei Ulzera angewendet werden, die schon bis zum Knochen reichen. Die FDA beschränkt die Anwendung auf diabetische Ulzera mit einer Wundfläche von bis zu 16 cm2, die seit mindestens 30 Tagen bestehen und unter einer konventionellen Wundbehandlung nicht abgeheilt waren.