Diabetesversorgung: Was Dänemark besser macht

  • Presseagentur Gesundheit (pag)
  • Medizinische Nachricht
Der Zugang zum gesamten Inhalt dieser Seite ist nur Angehörigen medizinischer Fachkreise vorbehalten. Der Zugang zum gesamten Inhalt dieser Seite ist nur Angehörigen medizinischer Fachkreise vorbehalten.

Berlin (pag) – Wie eine gute Diabetesversorgung aussehen kann, zeigt die Novo Nordisk Stiftung in einem Pressegespräch am Beispiel Dänemark. Dort übernehmen Steno Diabetes-Zentren die Versorgung. Allan Flyvbjerg, ehemaliger Vorstand der Steno in Kopenhagen, erläutert Mission und Strategie dieser Zentren.

 

Wertebasierte, sektorenübergreifende Zusammenarbeit lautet kurzgefasst das Konzept der Steno Diabetes-Zentren. Durch öffentlich-private Partnerschaften, wie etwa mit der Stiftung des Pharmaunternehmens Novo Nordisk, wird die Finanzierung der Zentren sichergestellt und ein Freiraum für innovative Forschung geboten. „In Dänemark machen wir es nicht besser, wir machen es anders“, so Flyvbjerg. Das Ergebnis sind zufriedene Patienten, eine Reduzierung der diabetesbedingten Amputationen um 80 Prozent, deutlich weniger Erblindungen und mehr gesunde Lebensjahre. Doch was fehlt in Deutschland, um diesem Beispiel folgen zu können? Darüber unterhalten sich Flyvbjerg, Prof. Jürgen Wasem von der Universität Duisburg-Essen, Prof. Diethelm Tschöpe vom Herz- und Diabeteszentrum NRW und Stephanie Haack, eine selbst von der Krankheit betroffene Diabetesbloggerin.

 

Ein ideales Gesundheitssystem gebe es nicht. Dänemarks Strategie sei aufgrund der höheren Einwohneranzahl und der größeren räumlichen Fläche Deutschlands so nicht übertragbar. Wasem schlägt daher vor, in den bereits gegebenen Strukturen des deutschen Gesundheitssystems zu arbeiten und dort die Ziele der Steno zu verfolgen. Dazu gehöre vor allem, das Vertrauen der Patienten zu stärken und die Vorteile aufzuzeigen: durch Transparenz, Rücksprache und Erfolg komme man dem Ziel näher. Das Gesundheitssystem müsse besser vernetzt werden, findet Tschöpe. Die primär behandelnden Ärzte müssten untereinander in aktivem Kontakt stehen. Zudem sollten Betroffene der Erkrankung an Diabetes Typ I und II aktiv in die Organisation eingebunden werden.

Haack wünscht sich mehr Kommunikation auf Augenhöhe und individuelle Ansätze bei der Behandlung. „Man muss Menschen unterschiedlich behandeln, um sie gleich zu behandeln”, sagt auch Flybjerg.