Diabetes Typ 2: Ballaststoffreiche Ernährung senkt den HbA1c unter 7


  • Susanne Kressenstein
  • Medizinische Nachrichten
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Innerhalb weniger Wochen senkte eine faserreiche Ernährung deutlich den HbA1c von Patienten mit Typ-2-Diabetes, so das Ergebnis einer kleineren aber bemerkenswerten amerikanisch-chinesischen Studie. Knapp 90 Prozent der Teilnehmer wiesen am Ende einen HbA1c von unter 7 auf.

Für diese Studie wurden Diabetes-Typ-2-Patienten in zwei Gruppen randomisiert. Die Hälfte erhielt eine auf chinesischen Diätempfehlungen basierte Kost mit vielen verschiedenen Ballaststoffen. Die Kontrollgruppe erhielt allgemeine Ernährungsempfehlungen, die aber dieselbe Zahl an Kalorien und ähnliche Nährstoffe enthielt. Alle Patienten nahmen Acarbose zur Senkung des Blutzuckerspiegels ein.

Die ballaststoffreiche Diät umfasste Vollkornprodukte und traditionelle chinesische Arzneimittel, die reich an Ballaststoffen und Präbiotika sind. Nach drei Monaten war sowohl der Nüchternblutzucker als auch der HbA1c dieser Patienten deutlich gesunken und sie hatten mehr Gewicht verloren als die Patienten der Kontrollgruppe.

Dies liege daran, so die Autoren, dass sich bestimmte Bakterien im Darm mithilfe einer speziellen Ernährung besser vermehren können. Bekannt ist, dass ein Mangel an kurzkettigen Fettsäuren im Darm die Entstehung von Diabetes vom Typ 2 begünstigt. Die in dieser Studie eingesetzte Kost bewirkte eine Vermehrung der Darmbakterien, welche die unverdaulichen Pflanzenfasern zu kurzkettigen Fettsäuren umwandeln. Diesen Fettsäuren werden zahlreiche positive Wirkungen zugeschrieben. Kurzkettige Fettsäuren regulieren den Appetit, haben einen Einfluss auf Entzündungsprozesse und fungieren als Energiequelle für das Darmepithel.

Interessanterweise finden von den 141 Bakterienstämmen, die Nahrung in kurzkettige Fettsäuren umwandeln, nur 15 durch eine faserreiche Ernährung günstigere Wachstumsbedingungen. Vermutlich sind es genau diejenigen, welche für einen gesunden Stoffwechsel von Bedeutung sind. Auf jeden Fall wurden diese Stämme im Laufe der ballaststoffreichen Ernährung zu den dominanten Stämmen im Darm. Dies führte zu einer vermehrten Bildung von Essig- und Buttersäure. Das dadurch leicht saure Darmmilieu dämmte die Vermehrung bestimmter Bakterien ein und erhöhte den Insulinspiegel.

Die Ergebnisse dieser Studie unterstreichen die Wichtigkeit einer ballaststoffreichen Ernährung vor allem auch zur Prävention von Diabetes.